Sonne

Die Energiewende in Liechtenstein ist hauptsächlich solar. Die Nutzung der Sonnenenergie ist deshalb zentral.

Wie können wir Sonnenenergie nutzen?

Sonnenenergie kann in Strom oder Nutzwärme umgewandelt werden. Das braucht Fläche für Solarmodule (Strom) oder thermische Sonnenkollektoren (Wärme).

Da die hochwertigste Nutzung dieser Fläche durch Solarmodule erfolgt und aus Strom mittels einer Wärmepumpe sehr effizient auch Wärme bereitgestellt werden kann, setzt sich die Solargenossenschaft grundsätzlich für den Einsatz von PV auf allen nutzbaren Flächen ein, in Kombination mit Wärmepumpen, wo zusätzliche Wärme benötigt wird. 

Potenzial für heimisch produzierten Solarstrom in Liechtenstein, tatsächliche Produktion im Jahr 2023 und 5-Jahresdurchschnitt des Gesamtstromverbrauchs (©SGL, Quelle: Potenzialanalyse der Solargenossenschaft)
Photovoltaikanlage Rheintalkeramik AG Bendern

Was ist Photovoltaik?

Unter Photovoltaik (PV) versteht man die direkte Umwandlung von Lichtenergie, meist aus Sonnenlicht, mittels Solarzellen in elektrische Energie. Oder einfacher gesagt: PV macht aus Sonnenlicht Strom. Dieser wird im Wechselrichter von Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt, damit er im Gebäude verbraucht oder ins Netz eingespeist werden kann.

Die Energie fällt vom Himmel

Würden wir die gesamte Sonneneinstrahlung in Liechtenstein mit den heute verfügbaren effizientesten Modulen in Strom umwandeln, könnten wir über ein Jahr hinweg 20‘000 GWh Strom produzieren (theoretisches Potenzial). Aber natürlich können wir nicht das ganze Land mit einem grossen Sonnnendach überziehen. 

Wieviel Solarstrom kann Liechtenstein
produzieren?

Schaut man sich das technisch realisierbare Potenzial auf Dachflächen an, so wurde dies in der Energiestrategie des Landes auf ca. 150–260 GWh geschätzt. Dazu kommt Potenzial auf Fassaden, Parkplätzen, Lärmschutzwänden etc. Insgesamt ging die Energiestrategie von einem technischen Potenzial von bis zu ca. 360GWh aus (siehe Tabelle).

2024 berichtete das Land im 4. Monitoringbericht zur Energiestrategie von zusätzlichen Potenzialen und einem höheren Gesamtpotenzial von ca. 571 GWh. In einer aktualisierten Schätzung im Jahr 2025 kam die Solargenossenschaft auf einen Wert von ca. 730 GWh.

FlächenartEnergievision 
2050 (2020)
4. Monitoring-
bericht (2024)
Potenzialanalyse
SGL (2025)
Bestehende Dächer150–260 GWh/a328 GWh/a~305 GWh/a (255–355 GWh/a)
Bestehende Fassaden100 GWh/a~85 GWh/a (50–120 GWh/a)
Neubautendächer–~85 GWh/a (65–105 GWh/a)
Neubautenfassaden~25 GWh/a (15–35 GWh/a)
Infrastrukturen32.5 GWh/a~30 GWh/a
Agrarflächen40 GWh/a~25 GWh/a (5–50 GWh/a)
Alpinflächen170 GWh/a~170 GWh/a (0–1’200 GWh/a)
Gesamtpotenzial~250–360 GWh/a~571 GWh/a~730 GWh/a (420–1’895 GWh/a)
Geschätztes Potenzial für heimisch produzierten Solarstrom bis 2050 (©SGL; Quelle: 7Gen GmbH, Solargenossenschaft, Potenzialanalyse der Solargenossenschaft)

Wie schnell können wir die Solarenergie ausbauen?

(©SGL, Quelle: 7Gen GmbH für die Solargenossenschaft, ausgehend von Daten aus der Energiestrategie 2030 und der Energiestatistik)

Wie schnell wir dieses Potenzial erschliessen, ist unsere eigene Entscheidung, solange es im Rahmen des technisch und wirtschaftlich Machbaren liegt. Die Solargenossenschaft fordert die Erschliessung des Grossteils des Solarpotenzials bis spätestens zum Jahr 2050. Das wird unseren Eigenversorgungsgrad signifikant erhöhen, denn unser Gesamtbedarf liegt jetzt bei 400 GWh und wird gemäss Schätzungen der Regierung bis 2050 auf mindestens 440 GWh/a steigen.

Um dies zu schaffen, sollten wir jetzt die Zubaurate beibehalten. Damit würden wir bis ca. 2040/2050 um die 400GWh erreichen. Zum Vergleich: für Industrienationen, die eigene fossile Stromproduktion betreiben, sehen Wissenschaftler:innen eine emissionsfreie Stromproduktion bis 2035 vor, wenn sie die Ziele des Pariser Abkommens erreichen wollen.

Ist das möglich? Es gibt dafür keine technischen und wirtschaftlichen Hindernisse wie die letzten Jahre gezeigt haben.

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