23.07.2025

Be­nach­tei­li­gung von PV-An­la­gen-Be­sit­zer­In­nen soll be­ho­ben wer­den

In-Dach-PV-Anlage der Solargenossenschaft auf den Ärztehaus Triesen

Seit Jahresbeginn sorgt das neue Tarifmodell der Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) für Diskussionen. Besonders Besitzerinnen von Photovoltaikanlagen sowie Kunden mit einem Jahresverbrauch über 15’000 kWh – die sogenannte Kundengruppe 2 – sind betroffen. Für sie gilt ein Leistungspreis, der sich an den höchsten Leistungsbezügen orientiert. Während andere Haushalte weiterhin nur nach Verbrauch abgerechnet werden, zahlen PV-BesitzerInnen zusätzlich für ihre Spitzenlasten – selbst dann, wenn sie ansonsten viel Strom ins Netz einspeisen.

Diese Ungleichbehandlung hat technische Gründe: Nur bei Grossverbrauchern und PV-Anlagen-Besitzern können die Leistungswerte bisher zuverlässig gemessen werden. Für kleinere Kunden fehlen die Messsysteme noch. Regierungsrat Hubert Büchel räumt daher eine Benachteiligung ein, betont jedoch, dass es sich um eine Übergangslösung handelt. Ziel sei es, die Messungen flächendeckend einzuführen und den Leistungspreis dann auf alle Kundengruppen auszuweiten.

Bis dahin bleibt Kundengruppe 2 stärker belastet – wie sich im ersten Winterquartal zeigte, als PV-Besitzer mehr zahlten als andere. Für das Sommerquartal stellt Büchel jedoch eine Entlastung in Aussicht. Zudem dürfen die LKW einen Teil ihrer Gewinne nutzen, um Strompreisvergünstigungen umzusetzen.

Langfristig soll mit dem neuen Modell eine fairere und verursachergerechte Kostenstruktur geschaffen werden. Für PV-Anlagen-Besitzer heisst das: Die aktuelle Mehrbelastung ist real, aber zeitlich begrenzt.

Quelle: Liechtensteiner Vaterland vom 23. Juli 2025, S. 1 und 3

Alle News →

Ähnliche Beiträge

  • Wind­kraft in Liech­ten­stein: Sorg­fäl­ti­ge Pla­nung mit Rück­sicht auf Mensch und Natur

    Wie kann Liechtenstein künftig mehr eigenen Strom produzieren und gleichzeitig Natur und Landschaft schützen? Dieser Frage geht die Strategische Umweltprüfung (SUP) nach. Sie bildet die Grundlage für die Planung möglicher Windeignungsgebiete – und macht deutlich: Der Weg zu allfälligen Windenergieanlagen ist sorgfältig und mehrstufig. Wichtig ist dabei: Noch wird über keine konkreten Windräder entschieden. Die […]

    mehr erfahren →

  • Hitze bremst PV-Anlagen – aber längst nicht so stark, wie viele denken

    Viele glauben, dass PV-Anlagen im Hochsommer am besten arbeiten. Tatsächlich sorgt die starke Sonneneinstrahlung zwar für hohe Stromerträge – doch grosse Hitze wirkt sich auf die Solarzellen negativ aus. Je wärmer ein Solarmodul wird, desto weniger effizient arbeitet es. Bei den heute üblichen Silizium-Modulen sinkt die Leistung um rund 0,3 bis 0,5 Prozent pro Grad, […]

    mehr erfahren →

  • Sonnenlicht wird direkt zu Wasserstoff

    Grüner Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger der Zukunft – etwa für die Industrie, den Schwerverkehr oder als langfristiger Energiespeicher. Bisher wird Wasserstoff meist in zwei Schritten hergestellt: Zuerst produzieren Solarmodule Strom, anschliessend nutzt ein Elektrolyseur diesen Strom, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) haben nun eine […]

    mehr erfahren →

  • Perowskit trifft Silizium – die nächste Generation der Solarzellen

    Die Solarenergie entwickelt sich rasant weiter. Während heutige Solarmodule meist auf Silizium basieren, arbeitet die Forschung bereits an der nächsten Generation: sogenannten Perowskit-Silizium-Tandem-Solarzellen. Mit einem neuen Labor will das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) dazu beitragen, dass diese vielversprechende Technologie schneller den Weg in die industrielle Produktion findet. (Solarserver) Was macht diese Solarzellen so besonders? […]

    mehr erfahren →

News teilen: