22.07.2026
Hitze bremst PV-Anlagen – aber längst nicht so stark, wie viele denken

Viele glauben, dass PV-Anlagen im Hochsommer am besten arbeiten. Tatsächlich sorgt die starke Sonneneinstrahlung zwar für hohe Stromerträge – doch grosse Hitze wirkt sich auf die Solarzellen negativ aus.
Je wärmer ein Solarmodul wird, desto weniger effizient arbeitet es. Bei den heute üblichen Silizium-Modulen sinkt die Leistung um rund 0,3 bis 0,5 Prozent pro Grad, den die Solarzellen wärmer sind als die Standard-Testtemperatur von 25 °C. An einem heissen Sommertag können die Zellen auf dem Dach problemlos 60 °C oder mehr erreichen. Dadurch geht zwar ein Teil der Leistung verloren, die Anlage produziert aber immer noch sehr viel Strom.
Umgekehrt gilt: Kühle Temperaturen sind für Photovoltaik ideal. An einem sonnigen Wintertag mit frostigen Temperaturen können Solarmodule kurzfristig sogar mehr Leistung als ihre Nennleistung erreichen. Dass im Winter trotzdem deutlich weniger Solarstrom produziert wird, liegt nicht an der Kälte, sondern an den kurzen Tagen, dem tieferen Sonnenstand und der oft stärkeren Bewölkung.
Die gute Nachricht: Die Auswirkungen von Hitze werden häufig überschätzt. Zwar sinkt die Effizienz etwas, gleichzeitig ist die Sonneneinstrahlung im Sommer so intensiv und die Tage so lang, dass Solaranlagen in dieser Jahreszeit weiterhin den grössten Teil ihres Jahresertrags liefern.
Für Hausbesitzer*innen besteht deshalb kein Grund zur Sorge. Moderne Solarmodule sind für hohe Temperaturen ausgelegt und liefern auch während Hitzewellen zuverlässig Strom. Eine gute Hinterlüftung der Module hilft zusätzlich, die Temperatur etwas zu senken und den Ertrag zu verbessern.
Kurz gesagt: Nicht die Sonne ist das Problem, sondern die Hitze. Trotzdem bleibt der Sommer die ertragreichste Jahreszeit für Photovoltaik.
Quellen:
Joint Research Centre
ScienceDirect
pvpmc.sandia.gov
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