10.02.2025

Verbot für die SFS-Wind­kraft­an­la­ge in Heer­brugg

Visualisierung der geplanten Windkraftanlage auf dem Firmengelände der SFS in Heerbrugg

In der St.Galler Gemeinde Au-Heerbrugg hat das Stimmvolk am 9. Februar 2025 eine Initiative für einen Mindestabstand zwischen bewohnten Gebäuden und grossen Windenergieanlagen mit einem Zufallsmehr angenommen. Damit wird die geplante Windturbine des Industriebetriebs SFS, die rund 5 Millionen Kilowattstunden produzieren könnte, verunmöglicht.

Gerade mal vier von über 2’000 Stimmen gaben den Ausschlag: 1’044 Ja- und 1’040-Nein Stimmen bedeuten die Annahme der Windkraft-Verhinderungs-Initiative. Das sogenannte Projekt RhintlWind sah den Bau einer Windanlage vor, die jährlich rund 5 GWh Strom produzieren und diesen direkt ins Firmennetz einspeisen hätte können. Die Realisierung des Projekts hätte für die Schweiz Signalwirkung gehabt, weil es die erste Windanlage gewesen wäre, die von der Industrie direkt initiiert und umgesetzt worden wäre. Die SFS wollte mit der Windenergieanlage ihre Eigenproduktion stärken, um damit einen wichtigen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit, Unabhängigkeit und die Sicherung von zukunftsgerichteten Arbeitsplätzen zu leisten. Daraus wird nun nichts.

Die kommunale Volksinitiative forderte einen Mindestabstand von 500 Metern zwischen Windenergieanlagen und bewohnten Gebäuden. Diesen Abstand kann SFS am Standort in Heerbrugg nicht erfüllen, weshalb die Annahme dieser Initiative einem Verbot dieses wegweisenden Projekts gleichkommt.

Die «IG Gegenwind Au-Heerbrugg» um den SVP-Politiker Manuel Cadonau hatte die Initiative lanciert und kurz vor der Abstimmung Unterstützung von der «Bürgerbewegung für Menschen, Wohnqualität und Natur» aus dem benachbarten vorarlbergischen Lustenau erhalten.

Alle News →

Ähnliche Beiträge

  • Corona, Des­in­for­ma­tion und der Wider­stand gegen Wind­kraft

    Was haben die Proteste gegen die Corona-Massnahmen mit dem Widerstand gegen Windkraft zu tun? Offenbar mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. In einem lesenswerten Interview im österreichischen Standard beschreibt Markus Winter, Technikvorstand des Windkraftunternehmens Windkraft Simonsfeld, eine Entwicklung, die auch für die Schweiz und Liechtenstein interessant ist. Seine Beobachtung: Unter den heutigen […]

    mehr erfahren →

  • Schweiz: Zwei Initia­ti­ven gegen den Aus­bau der Wind­ener­gie

    Gleich zwei Volksinitiativen wollen die Rahmenbedingungen für Windenergie in der Schweiz grundlegend verändern. Die von ihren Gegnern als «Verhinderungsinitiativen» bezeichneten Vorlagen sind die Waldschutz-Initiative «Gegen die Zerstörung unserer Wälder durch Windturbinen» und die Gemeindeschutz-Initiative «Für den Schutz der direkten Demokratie bei Windparks». Der Bundesrat empfiehlt beide ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung. (bkb.admin.ch) Keine Windenergieanlagen im Wald […]

    mehr erfahren →

  • Wind­kraft in Liech­ten­stein: Sorg­fäl­ti­ge Pla­nung mit Rück­sicht auf Mensch und Natur

    Wie kann Liechtenstein künftig mehr eigenen Strom produzieren und gleichzeitig Natur und Landschaft schützen? Dieser Frage geht die Strategische Umweltprüfung (SUP) nach. Sie bildet die Grundlage für die Planung möglicher Windeignungsgebiete – und macht deutlich: Der Weg zu allfälligen Windenergieanlagen ist sorgfältig und mehrstufig. Wichtig ist dabei: Noch wird über keine konkreten Windräder entschieden. Die […]

    mehr erfahren →

  • Sevelen lehnt «Ver­hin­de­rungs­ini­tia­ti­ve» ab – Prü­fung des Wind­pro­jekts kann wei­ter­gehen

    Die Stimmberechtigten von Sevelen haben die sogenannte Abstandsinitiative abgelehnt. Damit bleibt der Weg offen, das angedachte Windenergieprojekt mit drei Windrädern nach den bestehenden gesetzlichen Vorgaben weiter zu prüfen. Der Verein Rückenwind Sevelen begrüsst diesen Entscheid und sieht darin ein Zeichen, dass die Bevölkerung bereit ist, Chancen und Herausforderungen der Windenergie sachlich zu beurteilen. Der Abstimmungskampf […]

    mehr erfahren →

News teilen: