23.02.2026
Rekord-Wirkungsgrad bei Solarzellen: Tandem-Photovoltaik noch nicht in der Praxis angekommen

Die Solarenergie macht einen grossen technologischen Sprung: Forschende haben neue Photovoltaik-Module entwickelt, die deutlich effizienter sind als bisherige Anlagen. Dabei geht es um sogenannte Tandem-Solarzellen – eine Technik, die mehrere Materialien kombiniert und so mehr Sonnenlicht in Strom umwandeln kann.
Klassische Solarmodule bestehen meist aus Silizium. Diese Technologie ist bewährt, stösst aber an physikalische Grenzen: Mehr als rund 29 Prozent Wirkungsgrad sind kaum möglich, moderne Anlagen erreichen heute etwa 24 Prozent. (ELEKTROPRAXIS)
Genau hier setzen Tandem-Module an. Sie bestehen aus mehreren übereinanderliegenden Schichten, die jeweils unterschiedliche Teile des Sonnenlichts nutzen. So kann insgesamt deutlich mehr Energie gewonnen werden. (Solarenergie.ch)
Aktuell gelang Forschenden des Fraunhofer-Instituts ein neuer Rekord: Ein Modul erreichte einen Wirkungsgrad von 34,2 Prozent – so viel wie noch kein Solarmodul zuvor. Ein weiteres Modul auf Siliziumbasis kam auf 31,3 Prozent. (ELEKTROPRAXIS)
Diese Fortschritte sind besonders wichtig, weil sie helfen könnten, mehr Strom auf kleiner Fläche zu erzeugen. Das ist etwa in Städten oder auf Dächern entscheidend, wo Platz begrenzt ist. Gleichzeitig könnten Tandem-Module eine Lücke schliessen: Sie verbinden die vergleichsweise günstige Siliziumtechnik mit der hohen Leistung von spezialisierten, bisher sehr teuren Solarzellen. (Fraunhofer ISE)
Trotz der vielversprechenden Ergebnisse ist die Technologie noch nicht im Alltag angekommen. Die Herstellung ist komplex und aktuell noch teuer. Zudem müssen Haltbarkeit und Langzeitverhalten weiter verbessert werden. (Werner Siemens-Stiftung)
Dennoch gilt: Tandem-Photovoltaik hat das Potenzial, die Solarenergie deutlich effizienter zu machen. Wenn die Technik marktreif wird, könnte sie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten – vor allem dort, wo jede Fläche zählt.
Quelle: elektropraxis.at
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