16.12.2025
Riesiges Interesse an rentabler Photovoltaik

Die Bevölkerung strömte in Scharen zum Vortragsabend der Solargenossenschaft zum Thema «Sonnenstrom rentabel nutzen».
Die vorbereiteten Stühle im Rathaussaal reichten nicht aus, Reihe um Reihe musste dazugestellt werden, am Schluss mussten doch noch einige der rund 170 Besucherinnen und Besucher stehen.
PV wird angemessen gefördert
Die ersten interessanten Einblicke in die rentable Nutzung der Photovoltaik (PV) bot Jürg Senn, Leiter der Energiefachstelle des Landes. Eingangs berichtete er über Messungen an 35järigen Solarmodulen. Diese liefern noch rund 80% der ursprünglichen Leistung, d.h. ihre Leistungsfähigkeit nahm jährlich nur rund 0.6% ab. Danach bot er einen Überblick über die Förderungen des Landes und der Gemeinden, die im internationalen Vergleich sehr gut dastehen. Dazu kommt die Möglichkeit, den Strom einzuspeisen, wofür in Liechtenstein auch in Zeiten des Stromüberschusses keine Negativpreise mehr anfallen. Und nicht zuletzt leistet das Land Ausgleichszahlungen, wenn eine Referenzanlage wegen niedriger Marktpreise übers Jahr gesehen einen durchschnittlichen Preis von unter 6 Rappen pro Kilowattstunde erzielt.
Eigenverbrauch ist der Schlüssel zur Rentabilität
Gerold Büchel von Büchel und Hoop und Ralph Oehri von Hasler Solar zeigten verschiedene Möglichkeiten des Umgangs mit dem produzierten Sonnenstrom auf. Selbst wenn der Strom vollständig eingespeist werden kann, ist eine PV-Anlage an einem guten Standort rentabel, aber die Amortisationszeit ist relativ lange.
Interessant wird die Sache, wenn man den Strom dazu nutzt, um den eigenen Bedarf zu decken. Dazu gehört, dass man seine Geräte wie Waschmaschine, Geschirrspüler etc. vor allem dann in Betrieb hat, wenn die Sonne scheint und man selbst Strom produziert. So braucht man sich nicht darüber zu ärgern, dass man für seinen Strom «nur» 6 Rappen pro kWh bekommt, sondern man kann sich drüber freuen, dass man mit jeder selbst genutzten kWh rund 25 Rappen einspart. Dadurch sind PV-Anlagen schnell amortisiert. Der Nutzen vergrössert sich natürlich, wenn man sein Auto weitgehend mit dem eigenen Sonnenstrom betreibt oder diesen für die Wärmepumpe brauchen kann.
Die beiden Referenten zeigten mit vielen Beispielen aus der Praxis auf, wie man seine PV-Anlage auf diese Weise «clever und rentabel» betreiben kann.
Energiegemeinschaften für regionalen Strom
Zum Abschluss berichtete Christoph Niederdorfer, Geschäftsleitungsmitglied der LKW, wie Energiegemeinschaften in Zukunft dazu beitragen können, dass Sonnenstrom in Liechtenstein gemeinschaftlich produziert und genutzt werden kann. Die entsprechende Gesetzesvorlage wird im kommenden Jahr im Landtag in zweiter Lesung behandelt werden.
Der grosse Andrang zeigte, dass die Nutzung des eigenen Sonnenstroms die Bevölkerung interessiert. Der anschliessende Apéro wurde für rege Diskussionen genutzt. Der Anlass wurde vom Land Liechtenstein und von der Gemeinde Vaduz unterstützt. Die Videos der Referate und die Präsentationen der Referenten sind auf solargenossenschaft.li zu finden.

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