17.09.2025

Photo­vol­taik-Ver­bän­de for­dern EU-Aktions­plan für die So­lar­in­dus­trie in Eu­ro­pa

(Foto: www.3s-solar.swiss)

Die europäischen Photovoltaik-Branchenverbände ESMC und SolarPower Europe warnen eindringlich vor dem weiteren Abbau der Solarfertigungskapazitäten in Europa. Sie appellieren an die EU-Spitzenpolitik, beim anstehenden Ministertreffen am 30. September 2025 einen konkreten Aktionsplan zur Stärkung der heimischen Solarindustrie vorzulegen.

Laut den Verbänden ist die Lage bereits kritisch: Entlang der gesamten Wertschöpfungskette kommt es vermehrt zu Ankündigungen von Betriebsschliessungen und Insolvenzen. Obwohl der Net-Zero Industry Act (NZIA) und die EU-Solarcharta 2024 ambitionierte Ziele setzen, stagniert der Ausbau der Photovoltaik in Europa. Gerade das Ziel, bis 2030 mindestens 30 Gigawatt Solar-PV in der EU zu produzieren, werde ohne entschlossene Unterstützung nicht erreichbar sein.

Weitere Werkschliessungen verhindern

In ihrem gemeinsamen Schreiben unterstreichen ESMC und SolarPower Europe fünf Kernpunkte. Zuerst müsse ein umfassender Aktionsplan für die Solarindustrie 2030 erarbeitet werden, der den Wiederaufbau und Ausbau von Produktionskapazitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherstellt. Zudem soll die öffentliche Beschaffung so gestaltet werden, dass Solarprodukte „Made in Europe“ bevorzugt werden. Kriterien wie Resilienz, Cybersicherheit und europäische Inhalte müssten stärker berücksichtigt werden.

Die Verbände fordern ausserdem die Schaffung eines speziellen Clean-Tech-Fonds im Rahmen des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens. Damit sollen sowohl Investitionen (CAPEX) als auch Betriebsausgaben (OPEX) von Solarunternehmen gezielt gefördert werden. Ergänzend müsse die bestehende OPEX-Unterstützung ausgeweitet und allen Segmenten der Wertschöpfungskette zugänglich gemacht werden, um weitere Werksschliessungen zu verhindern und Fachkräfte im europäischen Markt zu halten. Nicht zuletzt soll die Rolle der Europäischen Investitionsbank gestärkt werden, insbesondere durch zinsgünstige Kredite, Gegendarlehen und Förderkriterien, die europäische Fertigung klar priorisieren.

Zeit zum Handeln

Die Verbände machen deutlich, dass Europa Gefahr läuft, seine industrielle Basis in der Solartechnik unwiderruflich zu verlieren, wenn nicht umgehend gehandelt wird. Politik und Industrie stehen an einem Wendepunkt: Jetzt gilt es, klare strategische Signale zu setzen und mit kohärenter, ambitionierter Förderung den Weg in eine resiliente, zukunftsfähige Solarindustrie zu sichern.

Quelle: www.solarserver.de

Alle News →

Ähnliche Beiträge

  • Hitze bremst PV-Anlagen – aber längst nicht so stark, wie viele denken

    Viele glauben, dass PV-Anlagen im Hochsommer am besten arbeiten. Tatsächlich sorgt die starke Sonneneinstrahlung zwar für hohe Stromerträge – doch grosse Hitze wirkt sich auf die Solarzellen negativ aus. Je wärmer ein Solarmodul wird, desto weniger effizient arbeitet es. Bei den heute üblichen Silizium-Modulen sinkt die Leistung um rund 0,3 bis 0,5 Prozent pro Grad, […]

    mehr erfahren →

  • Sonnenlicht wird direkt zu Wasserstoff

    Grüner Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger der Zukunft – etwa für die Industrie, den Schwerverkehr oder als langfristiger Energiespeicher. Bisher wird Wasserstoff meist in zwei Schritten hergestellt: Zuerst produzieren Solarmodule Strom, anschliessend nutzt ein Elektrolyseur diesen Strom, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) haben nun eine […]

    mehr erfahren →

  • Perowskit trifft Silizium – die nächste Generation der Solarzellen

    Die Solarenergie entwickelt sich rasant weiter. Während heutige Solarmodule meist auf Silizium basieren, arbeitet die Forschung bereits an der nächsten Generation: sogenannten Perowskit-Silizium-Tandem-Solarzellen. Mit einem neuen Labor will das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) dazu beitragen, dass diese vielversprechende Technologie schneller den Weg in die industrielle Produktion findet. (Solarserver) Was macht diese Solarzellen so besonders? […]

    mehr erfahren →

  • Mehr Energie-Un­ab­hän­gig­keit mit hyb­ri­den Strom­sys­te­men aus Pho­to­vol­taik, Klein­wind­kraft und Bat­te­rie­spei­cher

    Hybride Energiesysteme kombinieren verschiedene Technologien – vor allem PV-Anlagen, kleine Windräder und Batteriespeicher – zu einem cleveren Gesamtsystem. Das Grundprinzip ist einfach: Photovoltaik-Anlagen liefern Strom, wenn die Sonne scheint. Kleinwindkraftanlagen springen ein, wenn es windig ist – oft gerade dann, wenn die Sonne weniger Energie liefert, etwa im Winter oder nachts. So ergänzen sich die […]

    mehr erfahren →

News teilen: