22.08.2026

Photo­vol­taik sta­bi­li­siert das fran­zö­si­sche Strom­netz bei Hitze­wel­len und sin­ken­der Kern­kraft­leis­tung

Das Kernkraftwerk im franzsichen Nogent sur Seine. Foto: Clicgauche, Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Ausgerechnet während einer extremen Hitzewelle hat die Photovoltaik in Frankreich eine wichtige Rolle für die Stromversorgung übernommen. Hitze und Trockenheit setzten den französischen Kernkraftwerken stark zu: Mitte August mussten 13 der französischen Kernreaktoren abgeschaltet werden – rund 20 Prozent der gesamten Kernkraftleistung. Bei mehreren weiteren Reaktoren wurde mit einer Leistungsreduktion gerechnet.

Der Grund ist simpel: Kernkraftwerke brauchen grosse Mengen Kühlwasser. Bei hohen Temperaturen erwärmen sich Flüsse und andere Gewässer, gleichzeitig sinken wegen der Trockenheit die Wasserstände. Das schränkt die Kühlung ein. Auch andere Kraftwerke in Europa hatten mit den Folgen der Hitze und Trockenheit zu kämpfen. In Italien beeinträchtigten niedrige Wasserstände des Po die Stromproduktion, in Ungarn musste das Kernkraftwerk Paks seine Leistung wegen des niedrigen Donaupegels deutlich reduzieren.

Gleichzeitig produzierte die französische Photovoltaik ungewöhnlich viel Strom. Bis zu 35 Prozent des französischen Strommixes stammten zeitweise aus Solarenergie. Laut dem Energie-Thinktank Ember lag die Solarstromproduktion während der Hitzewellen auch in anderen europäischen Ländern über dem normalen Niveau. In Frankreich und Ungarn war die tägliche Solarstromproduktion im untersuchten Zeitraum um 17 Prozent höher als üblich.

Gerade bei Hitzewellen steigt der Stromverbrauch, etwa durch Klimaanlagen. Gleichzeitig scheint die Sonne besonders intensiv, so dass Photovoltaikanlagen viel Strom liefern können. Solarstrom kann damit einen Teil des Ausfalls anderer Kraftwerke auffangen und das Stromnetz stabilisieren.

Allerdings hat die Photovoltaik einen offensichtlichen Schwachpunkt: Nach Sonnenuntergang fällt ihre Produktion auf null, während der Strombedarf zunächst hoch bleibt. Während der Hitzewellen kam es deshalb in mehreren europäischen Ländern gerade am frühen Abend zu deutlichen Preisspitzen. In Frankreich lagen die durchschnittlichen täglichen Strompreise Ende Juni und Anfang Juli 44 Prozent höher als in den Wochen zuvor.

Hier kommen Batteriespeicher ins Spiel. Sie können Solarstrom vom Mittag in die Abendstunden verschieben und so helfen, den Bedarf zu decken, wenn die Sonne nicht mehr scheint. Die Kombination aus Photovoltaik und Speichern könnte damit nicht nur den CO₂-Ausstoss senken, sondern auch die Stromversorgung bei zunehmenden sommerlichen Extremwetterlagen widerstandsfähiger machen.

Quelle: pv-magazine.de

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