05.06.2025

Grösster Batteriespeicher Deutschlands geht ans Netz

Einweihung des Batteriespeichers Bollingstedt in Schleswig-Holstein.

In Bollingstedt bei Schleswig ist seit April 2025 einer der grössten Batteriespeicher Europas in Betrieb gegangen. Eco Stor, ein deutsch-norwegisches Unternehmen, und EPW GmbH haben eine 103,5 MW-Anlage mit einer Speicherkapazität von 238 MWh errichtet – nach eigenen Angaben der leistungsstärkste Batteriespeicher Deutschlands.

Der riesige Stromspeicher besteht aus 64 Containern mit Lithium-Ionen-Batterien sowie 32 Containern für Wechselrichter und Transformatoren. Er nutzt vorwiegend überschüssigen Wind- und Solarstrom im windreichen Schleswig-Holstein, um ihn in Zeiten hoher Nachfrage – morgens und abends – gezielt wieder ins öffentliche Netz einzuspeisen. Dabei reagiert der Speicher darauf, wie viel Strom gerade gebraucht wird und wie hoch der aktuelle Strompreis am Markt ist, wodurch er wirtschaftlich betrieben werden kann.

„Der Batteriespeicher in Bollingstedt markiert den Startschuss für die Speicherwende“, so Eco‑Stor‑Geschäftsführer Georg Gallmetzer. Er betont, dass diese Technik die Energiewende ins Gleichgewicht bringt, indem sie Sonnen- und Windstrom zeitlich verschiebt, Preise stabilisiert und fossile Energie verdrängt.

Ein weiteres ähnliches Projekt ist bereits im Bau: In der Nachbargemeinde Schuby entsteht ein zweiter Speicher derselben Grössenordnung – und das ganz ohne staatliche Förderungen. Damit sendet Eco Stor ein starkes Signal an Wirtschaft und Politik, dass die Energiewende privatwirtschaftlich gelingen kann.

Dieser Grossspeicher steht gemäss den Betreibern beispielhaft für die wachsende Bedeutung von Batteriespeichern, die dank fallender Kosten und steigender Marktteilnahme zunehmend zur Stabilität und Flexibilität des Stromnetzes beitragen. Denn nur mit solchen Systemen lässt sich das immer grössere Angebot an erneuerbarer Energie nutzbar machen – und das zu einem fairen Preis.

In Nordrhein-Westfalen wird mittlerweile ein Batteriespeicher noch viel grösseren Ausmasses erreicht, er soll mit 1.800 MWh siebeneinhalb Mal so gross sein wie der hier beschriebene grösse Batteriespeicher Europas.

Quelle: solarserver.de

Alle News →

Ähnliche Beiträge

  • Schnel­lere Bat­te­rie­spei­cher könn­ten Strom­kos­ten in Deutsch­land deut­lich senken

    Batterie-Grossspeicher gelten als wichtige Bausteine der Energiewende. Eine neue Studie zeigt nun: Wenn Deutschland den Ausbau solcher Speicher beschleunigt, könnten Haushalte und Unternehmen bis 2035 jährlich um bis zu 2,8 Milliarden Euro entlastet werden. Die Ergebnisse beziehen sich auf das deutsche Stromsystem, liefern aber auch wertvolle Erkenntnisse für andere Länder. Grossspeicher nehmen überschüssigen Strom aus […]

    mehr erfahren →

  • Mehr Energie-Un­ab­hän­gig­keit mit hyb­ri­den Strom­sys­te­men aus Pho­to­vol­taik, Klein­wind­kraft und Bat­te­rie­spei­cher

    Hybride Energiesysteme kombinieren verschiedene Technologien – vor allem PV-Anlagen, kleine Windräder und Batteriespeicher – zu einem cleveren Gesamtsystem. Das Grundprinzip ist einfach: Photovoltaik-Anlagen liefern Strom, wenn die Sonne scheint. Kleinwindkraftanlagen springen ein, wenn es windig ist – oft gerade dann, wenn die Sonne weniger Energie liefert, etwa im Winter oder nachts. So ergänzen sich die […]

    mehr erfahren →

  • Grosse Pläne für Batteriespeicher in der Schweiz

    Schweizer Energieversorger setzen vermehrt auf grosse Batteriespeichersysteme, um die Energiesysteme flexibler und widerstandsfähiger zu machen. Hintergrund ist der zunehmende Anteil erneuerbarer Energien wie Solarstrom, der teilweise in Stunden mit starker Produktion mehr Energie liefert, als unmittelbar gebraucht wird. Durch den Einsatz von grossen Batterien kann überschüssige Energie zwischengespeichert und zu Zeiten mit höherem Bedarf wieder […]

    mehr erfahren →

  • Wie E-Autos und Wärme­pum­pen das Strom­netz ent­lasten

    Eine neue Studie des Schweizer Forschungskonsortiums PATHFNDR unter Leitung der ETH Zürich zeigt, dass Elektroautos und Wärmepumpen nicht nur mehr Strom benötigen, sondern bei intelligenter Steuerung aktiv zur Netzstabilität beitragen können. Obwohl der Schweizer Stromverbrauch bis 2050 aufgrund der Elektrifizierung deutlich steigen dürfte, lässt sich die zusätzliche Last durch flexible Betriebsweisen wirksam abfedern. Wärmepumpen können […]

    mehr erfahren →

News teilen: