05.12.2025

Grosse Pläne für Batteriespeicher in der Schweiz

Schweizer Energieversorger setzen vermehrt auf grosse Batteriespeichersysteme, um die Energiesysteme flexibler und widerstandsfähiger zu machen. Hintergrund ist der zunehmende Anteil erneuerbarer Energien wie Solarstrom, der teilweise in Stunden mit starker Produktion mehr Energie liefert, als unmittelbar gebraucht wird. Durch den Einsatz von grossen Batterien kann überschüssige Energie zwischengespeichert und zu Zeiten mit höherem Bedarf wieder ins Netz eingespeist werden. Dies stabilisiert das Stromnetz und hilft, Preisschwankungen auszugleichen.

Ein prominentes Beispiel in der Schweiz ist der Energiekonzern BKW, der mehrere grosse Batterieprojekte plant. In Machbarkeitsstudien zeigen sich Kapazitäten, mit denen theoretisch Hunderttausende Haushalte für mehrere Stunden mit Strom versorgt werden könnten, wenn entsprechende Anlagen realisiert werden. Diese Projekte sollen in den nächsten Jahren gebaut werden, wobei der Zeitraum von der Idee bis zur Inbetriebnahme häufig drei bis vier Jahre beträgt. Sinkende Preise für Lithium-Batterien und vergleichsweise unkomplizierte Bewilligungsverfahren machen solche Vorhaben attraktiver für die Energiebranche.

Auch andere Energieversorger sind aktiv: Neben grossen Akteuren planen regionale Werke oder Genossenschaften eigene Speicheranlagen oder haben bereits kleinere Systeme in Betrieb genommen. Die rasch wachsende Zahl solcher Projekte zeigt, dass die Speichertechnologie in der Schweiz an Bedeutung gewinnt, sowohl für das Netzmanagement als auch für neue Geschäftsmodelle rund um Energiehandel und Lastmanagement.

Die Entwicklung von Batteriespeichern gilt als ein zentraler Baustein für das künftige Energiesystem. Sie kann helfen, die Integration von Solar- und Windenergie zu erhöhen und Netzengpässe zu entschärfen, gleichzeitig aber auch wirtschaftliche Chancen für Versorger eröffnen, die Strom flexibel anbieten und optimal vermarkten wollen.

Quelle: srf.ch

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