25.11.2025
Zugvögel meiden Windräder: Neue Studie mit verblüffendem Ergebnis

Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Zugvögel erkennen offenbar die Gefahr durch drehende Windräder und weichen ihnen aus — und zwar weit häufiger als bislang angenommen. In dem im Auftrag der Windbranche durchgeführten Forschungsprojekt wurden an einem küstennahen Windpark bei Husum über vier Zugzeiten hinweg sowohl tagsüber als auch nachts die Flugbewegungen von Millionen Vögeln mit Radar- und Kameratechnik überwacht. Ergebnis: Sobald die Rotoren liefen, reduzierte sich die Zahl der Vögel, die durch die Rotorebene flogen, auf nur noch ein Zwanzigstel gegenüber dem Zustand, wenn die Anlagen stillstanden. Insgesamt vermieden fast 99,9 Prozent der Vögel, die sich dem Windpark auf potenziell gefährlicher Höhe näherten, die Rotorblätter.
Interessant war auch der Blick auf die Flughöhe: Obwohl rund ein Drittel der Tiere zeitweise in der Risikohöhe zwischen 25 und 180 Metern über Grund unterwegs war, lag die durchschnittliche Flughöhe bei etwa 300 Metern, einige flogen sogar bis zu 1000 Metern hoch. Damit dürften viele Vögel dem direkten Risiko ohnehin entgehen. Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse für Zugvögel gelten; Tiere, die ganzjährig am selben Ort leben, konnten in dieser Studie nicht berücksichtigt werden und verhalten sich teils deutlich anders.
Aus Sicht des beauftragenden Verbands liefert die Studie eine solide Grundlage dafür, dass der Ausbau der Windenergie naturverträglich möglich ist. Eine generelle Abschaltung von Windrädern in Hauptzugzeiten werde durch das Verhalten der Vögel nahezu überflüssig — die Tiere weichen ohnehin aktiv aus. Damit könnten Windkraft und Artenschutz weniger unversöhnlich sein als oft angenommen.
Quelle: taz.de
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