22.01.2021
Winterstrom: PV-Anlage an der Muttsee-Staumauer wird gebaut
Auf 2‘500 Metern über Meer liefert die geplante Anlage an der Muttsee-Staumauer im Winterhalbjahr doppelt so viel Strom wie im Mittelland. Denn in den Alpen ist die Atmosphäre dünner, die Sonnenstrahlung stärker und der Schnee reflektiert das Licht stark. Während eine Anlage im Mittelland im Winterhalbjahr rund 25% des Jahresertrags liefert, sind es auf dieser Höhe etwa 50%. Dies ist auch deshalb wichtig, weil der Bedarf an Winterstrom steigen wird, zum Beispiel wegen des Booms von Wärmepumpen zum Ersatz von Öl- und Gasheizungen.
Da der Bund die Anlage nicht als Leuchtturmprojekt betrachtet, sind die Förderungen gering. Axpo hatte deshalb angedroht, die Anlage nicht zu realisieren. Nun steigt Denner ein und garantiert die Stromabnahme über 20 Jahre zu einem fixen Preis. Damit kann die Anlage im Sommer 2021 realisiert werden. Das Baugesuch wurde schon 2019 eingereicht, Einsprachen gab es nicht, die Umweltorganisationen betrachten die Installation auf einer bestehenden Infrastruktur als problemlos.
Die Anlage ist allerdings ein Tropfen auf einen heissen Stein. Die rund 6‘000 Solarmodule belegen die Fläche von eineinhalb Fussballfeldern. Um nur den Winterstrom aus dem Kernkraftwerk Leibstadt zu ersetzen, bräuchte es 3‘000 solcher Anlagen.
Quellen:
Schweiz Aktuell, SRF 1, 21. Januar 2021, 19 Uhr
St. Galler Tagblatt, 22. Januar 2021, S. 13
Ähnliche Beiträge
-

Hitze bremst PV-Anlagen – aber längst nicht so stark, wie viele denken
Viele glauben, dass PV-Anlagen im Hochsommer am besten arbeiten. Tatsächlich sorgt die starke Sonneneinstrahlung zwar für hohe Stromerträge – doch grosse Hitze wirkt sich auf die Solarzellen negativ aus. Je wärmer ein Solarmodul wird, desto weniger effizient arbeitet es. Bei den heute üblichen Silizium-Modulen sinkt die Leistung um rund 0,3 bis 0,5 Prozent pro Grad, […]
-

Sonnenlicht wird direkt zu Wasserstoff
Grüner Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger der Zukunft – etwa für die Industrie, den Schwerverkehr oder als langfristiger Energiespeicher. Bisher wird Wasserstoff meist in zwei Schritten hergestellt: Zuerst produzieren Solarmodule Strom, anschliessend nutzt ein Elektrolyseur diesen Strom, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) haben nun eine […]
-

Perowskit trifft Silizium – die nächste Generation der Solarzellen
Die Solarenergie entwickelt sich rasant weiter. Während heutige Solarmodule meist auf Silizium basieren, arbeitet die Forschung bereits an der nächsten Generation: sogenannten Perowskit-Silizium-Tandem-Solarzellen. Mit einem neuen Labor will das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) dazu beitragen, dass diese vielversprechende Technologie schneller den Weg in die industrielle Produktion findet. (Solarserver) Was macht diese Solarzellen so besonders? […]
-

Mehr Energie-Unabhängigkeit mit hybriden Stromsystemen aus Photovoltaik, Kleinwindkraft und Batteriespeicher
Hybride Energiesysteme kombinieren verschiedene Technologien – vor allem PV-Anlagen, kleine Windräder und Batteriespeicher – zu einem cleveren Gesamtsystem. Das Grundprinzip ist einfach: Photovoltaik-Anlagen liefern Strom, wenn die Sonne scheint. Kleinwindkraftanlagen springen ein, wenn es windig ist – oft gerade dann, wenn die Sonne weniger Energie liefert, etwa im Winter oder nachts. So ergänzen sich die […]
Alle Videos zum Themenabend Bürgerwindkraft jetzt online
Alle Videos zum Thema «Windkraft – aktuelle Trends und Beispiele von Bürgerbeteiligung» vom 17. Juni 2026 sind jetzt online, zusammen mit den Bürgerwindkraftreferaten von 2025.