05.02.2020

Deutsche Bahn speist Solarstrom ins eigene Netz ein

Die Deutsche Bahn will ihren Ökostromanteil am Fahrstrom für die Züge auch mit eigenen Solarparks erhöhen. © Deutsche Bahn/Volker Emersleben

Enerparc baut für die Deutsche Bahn (DB) einen grossen Solarpark. Der Strom fliesst direkt in das Netz der Bahn, aus dem die Züge ihren Fahrstrom beziehen. Es ist die erste Direkteinspeisung von Erneuerbaren ins Bahnnetz. Bis 2038 will die DB komplett mit Ökostrom fahren

Der Solarpark mit einer Leistung von 42 MW wird nach Fertigstellung jedes Jahr etwa 38 GWh Solarstrom erzeugen. Dieser wird nicht ins allgemeine Netz eingespeist, sondern fliesst über das nahegelegene Umspannwerk der DB in Neumünster direkt in das Bahnstromnetz. «Wir gehen damit ganz neue Wege bei der Umsetzung unserer Strategie für den Klimaschutz», sagt Infrastrukturvorstand der DB Ronald Profalla. „Der neue Solarpark wird auch dazu beitragen, dass wir Jahr für Jahr den Ökostromanteil bei der DB weiter steigern.“

Landesbehörden und Gemeinde müssen noch zustimmen

Derzeit liegt der Ökostromanteil der DB nach eigenen Berechnungen bei etwa 60 Prozent. Bis 2021 soll der Anteil auch dank des neuen Solarparks um ein Prozent wachsen. Deshalb soll der Bau der Anlage schnellstmöglich beginnen, sobald die Fach- und Landesbehörden im Rahmen der Bauleitplanung zugestimmt haben und auch die Gemeinde genickt hat.

Das wird nur ein Zwischenziel sein. Weitere Anlagen werden folgen. Denn die DB will bis 2038 komplett mit Ökostrom fahren. Dafür muss die DB Energie, die für die Beschaffung des Fahrstroms für die Züge verantwortlich ist, noch viel tun. Sie ist der fünftgrösste Stromversorger Deutschland, auch wenn sie nur einen grossen Kunden hat – abgesehen von einigen wenigen Privatverbrauchern, die Ökostrom von der Bahn beziehen. Für sie ist die Anlage in Wasbek ein erster Test. «Aus dieser Direkteinspeisung von Solarstrom sammeln wir Erfahrungen und Erkenntnisse bei der Versorgung der Schiene mit erneuerbaren Energien», erklärt Torsten Schein, Vorsitzender der Geschäftsführung DB Energie.

Quelle: www.photovoltaik.eu

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