Die 107 Vögel, die auf dem Gotthard tatsächlich tot aufgefunden wurden, entsprechen in etwa dem Speisezettel einer Katze in demselben Zeitraum! Bild: AET

Während insgesamt 36 Monaten wurde auf dem Gotthard der Vogelzug rund um die fünf Windenergieanlagen beobachtet. Lionel Perret, Geschäftsführer von Suisse Eole, fasst zusammen: «Gemäss der publizierten wissenschaftlichen Studie überquerten in diesem Zeitraum 1’700’000 Zugvögel den Windpark, 99.99 Prozent davon liessen sich von den Windrädern nicht beeinträchtigen!»

Eine neue Studie aus der Schweiz sorgt für Aufsehen: Der Windpark am Gotthard hat kaum Einfluss auf den Vogelzug. Über einen Zeitraum von drei Jahren wurde genau untersucht, wie sich die Windenergieanlagen auf Zugvögel auswirken – mit überraschend klaren Ergebnissen.

Zwischen August 2021 und Juni 2024 beobachteten Forschende während der Hauptzugzeiten im Frühling und Herbst das Verhalten der Vögel rund um die fünf Windräder. Insgesamt wurden rund 1,7 Millionen Zugvögel erfasst. Davon flogen beeindruckende 99,99 Prozent sicher über oder an den Anlagen vorbei, ohne beeinträchtigt zu werden. Nur 107 tote Vögel wurden im gesamten Untersuchungszeitraum gefunden. Das entspricht lediglich 0,01 Prozent aller erfassten Tiere. Zum Vergleich: Diese Zahl liegt ungefähr in der Grössenordnung dessen, was eine Hauskatze im gleichen Zeitraum erbeutet.

Der Windpark Gotthard ist seit 2020 in Betrieb und produziert Strom für über 10’000 Menschen. Die Studie wurde im Auftrag des Kantons Tessin durchgeführt und in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht. Ziel war es auch zu prüfen, wie gut moderne Radarsysteme den Vogelzug überwachen und schützen können.

Die Resultate passen zu anderen Untersuchungen aus der Schweiz und Europa. Sie zeigen, dass Zugvögel Windräder meist frühzeitig erkennen und ihnen ausweichen. Das Kollisionsrisiko ist damit deutlich geringer als lange angenommen. Die Erkenntnis ist wichtig für die Energiewende: Windenergie und Vogelschutz müssen kein Widerspruch sein. Moderne Technologien und sorgfältige Planung können dazu beitragen, erneuerbare Energie umweltverträglich auszubauen.

Quelle: suisse-eole.ch

News teilen:
Untersuchungen des Amtes für Umwelt: Keine PFAS-Belastung durch das Windkraftwerk Haldenstein gefunden.

Zu hohe PFAS-Werte in Böden, Fleisch und Milch: In den vergangenen Monaten jagte eine Hiobsbotschaft die nächste. In den Fokus rücken deshalb auch Windräder. Kritikerinnen und Kritiker befürchten, dass durch den Materialabrieb an den Rotoren noch mehr PFAS in den Boden gelangt. Tatsächlich kommen bei vielen Windradtypen Ewigkeitschemikalien als Beschichtung der Rotorblätter zum Einsatz, die Tendenz geht allerdings klar in die Richtung, von PFAS wegzukommen.

Die Bündner Regierung schreibt auf eine Anfrage einer Kantonsrätin, die unterhalb und in der Nähe des Windrads
entnommenen Bodenproben hätten eine Belastung von 1,7 Mikrogramm pro Kilogramm (μg/kg) ergeben. Dies nach zwölf Jahren Betrieb des Windrads. Zum Vergleich: Bei Messungen in Wartau (2012), Mels (2013), Krummenau (2015) und Oberriet (2012) wurden 1,35, 3,48, 2,54 und 1,61 μg/kg festgestellt. Der schweizweite Median liegt bei 2,4 μg/kg. «Ein Einfluss des Windrads auf die PFAS-Belastung des Bodens ist somit nicht erkenn- und nachweisbar», schreibt die Bündner Kantonsregierung.

Erste Windräder bereits PFAS-frei

Im Artikel des Werdenberger & Obertoggenburger wird auch darauf hingewiesen, dass der Hersteller Nordex bereits PAS-freie Windräder auf den Markt gebracht hat. Andere Anbieter wie Vestas, Gamesa und GE Vernova planen dies ab 2028.

Quelle: Werdenberger & Obertoggenburger vom 9. April 2026, S. 17: „PFAS: Windräder sind nicht das Problem“.

News teilen:
© Wikimedia, Klaus Bärwinkel

Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Zugvögel erkennen offenbar die Gefahr durch drehende Windräder und weichen ihnen aus — und zwar weit häufiger als bislang angenommen. In dem im Auftrag der Windbranche durchgeführten Forschungsprojekt wurden an einem küstennahen Windpark bei Husum über vier Zugzeiten hinweg sowohl tagsüber als auch nachts die Flugbewegungen von Millionen Vögeln mit Radar- und Kameratechnik überwacht. Ergebnis: Sobald die Rotoren liefen, reduzierte sich die Zahl der Vögel, die durch die Rotorebene flogen, auf nur noch ein Zwanzigstel gegenüber dem Zustand, wenn die Anlagen stillstanden. Insgesamt vermieden fast 99,9 Prozent der Vögel, die sich dem Windpark auf potenziell gefährlicher Höhe näherten, die Rotorblätter.

Interessant war auch der Blick auf die Flughöhe: Obwohl rund ein Drittel der Tiere zeitweise in der Risikohöhe zwischen 25 und 180 Metern über Grund unterwegs war, lag die durchschnittliche Flughöhe bei etwa 300 Metern, einige flogen sogar bis zu 1000 Metern hoch. Damit dürften viele Vögel dem direkten Risiko ohnehin entgehen. Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse für Zugvögel gelten; Tiere, die ganzjährig am selben Ort leben, konnten in dieser Studie nicht berücksichtigt werden und verhalten sich teils deutlich anders.

Aus Sicht des beauftragenden Verbands liefert die Studie eine solide Grundlage dafür, dass der Ausbau der Windenergie naturverträglich möglich ist. Eine generelle Abschaltung von Windrädern in Hauptzugzeiten werde durch das Verhalten der Vögel nahezu überflüssig — die Tiere weichen ohnehin aktiv aus. Damit könnten Windkraft und Artenschutz weniger unversöhnlich sein als oft angenommen.

Quelle: taz.de

News teilen:
© Richard Crossley, CreativeCommons

Das Projekt LIFE-Eurokite Plus hat auf Basis von Bewegungsdaten von mehr als 2’000 Vögeln die wichtigsten Todesursachen des Rotmilans ermittelt. Damit liegen erstmals wissenschaftlich belastbare Zahlen zur Mortalität des für Europa wichtigen Greifvogels vor. Eine entscheidende Erkenntnis: Windenergie spielt in Deutschland wie auch europaweit eine untergeordnete Rolle.

Das Projekt LIFE-Eurokite Plus ist ein in der Ornithologie einmaliges Forschungsprojekt, da es mit GPS-gestützten Bewegungsdaten sowie mit Obduktionsanalysen gestorbener Vögel arbeitet. Diese wissenschaftliche Tiefe ist verbunden mit der bisher unerreichten Anzahl von über 2’000 telemetrierten Vögeln in der Europäischen Union und der Schweiz. Diese wurden in Spanien und anderen europäischen Ländern besendert und bei ihren Streifzügen über ganz Europa hinweg verfolgt.

Über eine ganze Lebenszeit

Erstmalig wird nicht mit Zufallsfunden gearbeitet, sondern eine grosse Zahl an Vögeln über ihren gesamten Lebenszeitraum hin beobachtet. Unabhängig vom Fundort der toten Tiere wurden diese in jedem Fall obduziert, um die Todesursache klar zu bestimmen. Das heisst: Auch wenn ein toter Vogel an einer Autobahn gefunden wurde, wurde das Tier trotzdem obduziert, um prüfen zu können, ob es beispielsweise einer Vergiftung erlegen war. Die Studie produziert damit erstmals Daten von hoher wissenschaftlicher Belastbarkeit und Güte.

Schienen- und Strassenverkehr

Unter den Todesursachen in Deutschland liegt das Gefressenwerden durch andere Tiere mit rund 41 % der Todesfälle auf Platz eins. Mit deutlichem Abstand folgt auf dem zweiten Platz der Schienenverkehr. Mehr als elf Prozent der besenderten Vögel kamen hier zu Tode. Ebenfalls rund zehn Prozent der Tiere starben im Strassenverkehr. Damit sind diese drei Faktoren gemeinsam für fast 63 % aller Todesfälle verantwortlich. Die Windenergie rangiert mit nur 8.3 % auf Platz fünf von zehn untersuchten Faktoren. Damit steht fest: Windenergieanlagen sind keine existenzielle Bedrohung für den Rotmilan.

Bestand in der Schweiz steigt

Diese Erkenntnisse decken sich mit den Zahlen zum Bestand des Rotmilans. Dieser ist in Deutschland in den vergangenen Jahren ungeachtet des weiter voranschreitenden Ausbaus der Windenergie an Land stabil geblieben. Zudem sinkt mit steigender Höhe der Anlagen die Kollisionswahrscheinlichkeit deutlich, da sich die Rotoren inzwischen zunehmend ausserhalb des Flugbereichs des Rotmilans befinden. Die Vogelwarte Schweiz hält auf ihrer Homepage fest: «Der Rotmilan hat sich bei uns in den letzten Jahrzehnten deutlich ausbreiten können.»

Quelle: suisse-eole.ch

News teilen:

©Loïc Schlüchter/Suisse Eole

Gemäss den Schätzungen des Bundesamtes für Energie werden in der Schweiz jährlich 36 Millionen Vögel aufgrund menschlicher Aktivität getötet: rund 30 Millionen sterben durch Hauskatzen, 5 Millionen kollidieren an Glasfassaden und 1 Million erwischt es im Verkehr.

Dies hielt der Bundesrat in der Fragestunde vom 13.12.21 fest. Bei der Windenergie wird der Vogelschutz sehr genau genommen. Für jedes Projekt müssen im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung zahlreiche Untersuchungen durchgeführt werden und während des Betriebs müssen dann Minderungs- und Kompensationsmassnahmen umgesetzt werden. Nationalrat Pointet wollte vor diesem Hintergrund vom Bundesrat wissen, warum es nicht auch für Glasfassaden eine solche Umweltverträglichkeitsprüfung braucht und wie viele Vögel tatsächlich mit Windenergieanlagen kollidieren, verglichen mit den Vogelopfern an Gebäuden, im Verkehr und durch Hauskatzen.

Der Bundesrat merkt in seiner Antwort an, dass die Gesamtzahl der menschenverursachten Vogelopfer bisher nur geschätzt werden könne und greift auf Schätzungen des Bundesamtes für Energie zurück. Dieses geht von rund 36 Millionen Vögeln aus, die jährlich aufgrund menschlicher Aktivität getötet werden. Diesen 36 Millionen stehen 20 Vögel gegenüber, die pro Jahr und Windenergieanlage sterben. Diese Zahl wurde von der Vogelwarte Schweiz anlässlich einer Studie im Windpark Peuchapatte (JU) erhoben. Im Rahmen der Studie wurde auch festgestellt, dass am Standort Peuchapatte weder Exemplare bedrohter Arten noch Greifvögel betroffen waren. Ebenfalls interessant ist, dass die drei 2011 erstellten Windenergieanlagen über keinen Radar verfügen und beim Vogelzug nicht abgeschaltet werden.

Während für Glasfassaden, an denen jährlich rund 1 Million Vögel kollidieren, keine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen ist, ist eine solche im Rahmen des Planungsverfahrens einer Windenergieanlage in der Schweiz erforderlich.

Quelle: www.suisse-eole.ch

News teilen:

Ein Feldversuch zeigt: Ist ein Rotorblatt an einem Windrad schwarz gefärbt, verunglücken offenbar deutlich weniger Vögel an den Anlagen. Laut der Forscher gibt es aber noch mehr simple Schutzmechanismen.

Forscher um Roel May vom Norwegian Institute for Nature Research schlagen Im Fachblatt «Ecology and Evolution» vor, eines der drei Rotorblätter einer Windkraftanlage schwarz anzustreichen. Wie das Wissenschaftlerteam bei einem Feldversuch feststellte, sei dadurch die Sterblichkeit der Tiere um mehr als 70 Prozent gesunken. Studien im Laborumfeld hatten bereits angedeutet, dass geschwärzte Rotorblätter Vögel vor der Kollision mit Windkraftanlagen bewahren. May und sein Team haben diese These nun unter realen Bedingungen im norwegischen Windpark Smøla geprüft. Bei vier Anlagen färbten sie jeweils ein Rotorblatt schwarz und beliessen die benachbarten vier Windräder unverändert, um sie als Kontrollgruppe zu nutzen. Anschliessend dokumentierten sie in einem Zeitraum von drei Jahren die Zahl der verendeten Vögel unter den Windtürmen. Das Ergebnis: Vor allem bei Greifvögeln wie dem Seeadler (Haliaeetus albicilla) seien die Verluste stark zurückgegangen, insgesamt um über 70 Prozent.

Der Grund dürfte in der erhöhten Sichtbarkeit der Rotoren liegen. Das schwarze Rotorblatt führe zu einer grösseren Kontrastwirkung und verringere die Bewegungsunschärfe des Rotors. Dadurch könnten die Vögel die Windräder leichter erkennen und ausweichen. Die Forscher betonen zwar, dass sie den möglichen Effekt nur an einer recht geringen Zahl an Windrädern getestet hätten, «aber das Experiment lief über einen langen Zeitraum», schreiben May und seine Kollegen.

Experten wie Reinhard Klemke, der am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig tätig war, bemängeln ebenjenen Punkt. So «können die beobachteten Effekte bei einer so kleinen Stichprobe, auch wenn die Untersuchung über längere Zeit lief, immer noch rein zufällig bedingt sein», zitiert ihn der Pressedienst «Science Media Center». Stephan Barth von ForWind, dem Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Bremen, Hannover und Oldenburg, ist der Ansicht, dass die Studie «ein glaubwürdiges Bild» zeige. Er stimme aber zu, dass die Fallzahlen noch gering seien und dies zu statistischen Streuungen führen könnte – so würden es jedoch die Studienautoren um May ebenfalls herausstellen und daher empfehlen, die Tests auf Windparks andernorts auszuweiten.

Quelle: www.spektrum.de

 

News teilen:

Der Nationale Vogelschutzbericht 2019 Deutschlands bescheinigt einigen Vogelarten, die im Rahmen von Windkraftprojekten zu betrachten sind, gute Bestandsentwicklungen. Dazu gehören Grossvogelarten wie Seeadler, Uhu und Schwarzstorch. Auch der Bestand des bekannten Rotmilans wird als „stabil“ eingestuft. Diese Arten profitieren von intensiven und meist speziell auf sie zugeschnittenen Schutzbemühungen, macht der Vogelschutzbericht deutlich. So sind beispielsweise die Seeadler-Bestände im Beobachtungszeitraum um 82% angestiegen, die des Schreiadlers um 15%.

Ein Drittel der Vogelarten sei hingegen im Bestand zurückgegangen. Betroffen seien vor allem bodennah lebende Vögel wie Kiebitz und Rebhuhn. Diese Entwicklung sei wesentlich auf die Intensivierung der Landwirtschaft, die Qualität von Wiesen und Weiden und den Rückgang des Nahrungsangebots zurückzuführen.

Windenergiebranche nimmt Natur- und Artenschutz ernst

Natur- und Artenschutz sind auch in Deutschland für die Windenergiebranche ein grosses Anliegen. Im Planungsprozess werden besonders wertvolle Flächen für den Natur- und Artenschutz ausgenommen. Auf den verbleibenden möglichen Vorhabengebieten werden durch faunistische Untersuchungen und Umweltverträglichkeitsprüfungen potenzielle Konflikte mit dem Natur- und Artenschutz identifiziert und im weiteren Planungsprozess entsprechend minimiert. Mit Kompensations- und Aufforstungsmassnahmen werden die

Quelle und detailliertere Statistiken: www.suisse-eole.ch
Nationaler Vogelschutzbericht 2019

News teilen: