Das Auto zur richtigen Zeit zu laden, kann sich positiv auf die Stromrechnung auswirken.

Viele Haushalte stehen vor derselben Frage: Wie lassen sich die Stromkosten im Griff behalten, ohne auf die Vorteile der Energiewende zu verzichten? Eine aktuelle Studie des Energieberatungsunternehmens Neon und des Ökostromanbieters LichtBlick zeigt einen möglichen Weg auf. Im Zentrum steht ein neuer Stromtarif, der Preissicherheit und Flexibilität miteinander verbindet.

Bisher haben Kundinnen und Kunden meist die Wahl zwischen zwei Modellen. Ein klassischer Festpreistarif bietet Planungssicherheit, da der Strompreis über einen längeren Zeitraum unverändert bleibt. Dynamische Tarife hingegen orientieren sich an den aktuellen Börsenpreisen. Wer Strom dann verbraucht, wenn viel Wind- oder Solarstrom verfügbar ist, kann Geld sparen. Gleichzeitig besteht jedoch das Risiko höherer Kosten bei steigenden Marktpreisen.

Der von Neon entwickelte Ansatz kombiniert die Vorteile beider Systeme. Kundinnen und Kunden erhalten für einen definierten Grundverbrauch einen festen Preis und damit Schutz vor starken Preisschwankungen. Verändert sich der Verbrauch gegenüber dem vereinbarten Profil, wird die Differenz zu den aktuellen Marktpreisen abgerechnet. Wer seinen Stromverbrauch flexibel gestaltet, kann dadurch von günstigen Preisen profitieren.

Besonders interessant ist dieses Modell für Haushalte mit Elektroautos, Wärmepumpen oder Batteriespeichern. Diese Geräte können ihren Stromverbrauch oft zeitlich verschieben, ohne dass der Komfort leidet. So könnte ein Elektroauto beispielsweise automatisch in den Nachtstunden geladen werden, wenn Strom besonders günstig verfügbar ist. Auch Wärmepumpen oder Heimspeicher können gezielt dann eingesetzt werden, wenn viel erneuerbare Energie im Netz vorhanden ist.

Neben den finanziellen Vorteilen für Verbraucherinnen und Verbraucher bietet das Konzept auch einen Nutzen für das Stromsystem. Flexible Nachfrage hilft dabei, Strom aus Wind- und Solaranlagen besser zu nutzen. Dadurch können Netzengpässe reduziert und der Bedarf an teuren Reservekraftwerken gesenkt werden.

Voraussetzung für solche Tarife sind intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter. Sie erfassen den Stromverbrauch in kurzen Zeitabständen und ermöglichen eine genaue Abrechnung. Mit dem weiteren Ausbau dieser Technologie könnten dynamische und zugleich abgesicherte Stromtarife in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Die Studie zeigt: Die Energiewende muss nicht nur nachhaltig, sondern auch kundenfreundlich sein. Ein Tarifmodell, das Sicherheit und Flexibilität verbindet, könnte beiden Anforderungen gerecht werden.

Bericht als PDF: Neon Energy

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Eine aktuelle Untersuchung des europäischen Verbands Wind Europe in Zusammenarbeit mit Hitachi Energy zeigt, dass der grossflächige Ausbau erneuerbarer Energien im europäischen Stromsystem langfristig kostengünstiger ist als Szenarien mit geringerer Nutzung grüner Stromquellen.

Die Analyse vergleicht mehrere Transformationspfade bis 2050 und berücksichtigt dabei nicht nur Erzeugungskosten, sondern auch Investitionen in Netzinfrastruktur, Speichertechnologien und Elektrifizierung. Laut der Studie sinken die Gesamtkosten deutlich, je höher der Anteil von Windenergie, Photovoltaik, Wasserkraft und Bioenergie im Energiemix ist – selbst wenn notwendige Speicherkapazitäten berücksichtigt werden. In Szenarien ohne ambitionierten Ausbau fallen bis 2050 deutlich höhere Systemkosten an, zum Teil im hohen zweistelligen Milliardenbereich.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass insbesondere ein auf erneuerbaren Energien basierender Energiemix nicht nur aus klimapolitischen Gründen sinnvoll ist, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringt. Erneuerbare Energien zeichnen sich durch niedrige Gestehungskosten aus und tragen dazu bei, die Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren sowie die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Die Studie hebt hervor, dass zusätzliche Arbeitsplätze entstehen und die industrielle Wertschöpfung in Europa gestärkt wird, wenn der Ausbau grüner Technologien konsequent vorangetrieben wird.

Diese Ergebnisse decken sich mit anderen Analysen, die zeigen, dass erneuerbare Energien in vielen Fällen bereits kostengünstiger sind als fossile Alternativen und Strompreise dämpfen können. Beispielsweise sind in vielen Regionen Solar- und Windenergieprojekte günstiger als neue fossile Kraftwerke, was das Potenzial erneuerbarer Energien zur Senkung der Energiekosten weiter unterstreicht.

Insgesamt stellt die Studie klar heraus, dass ein starker Ausbau erneuerbarer Energien und die begleitende Elektrifizierung langfristig nicht nur ökologisch vorteilhaft, sondern auch ökonomisch sinnvoll sind.

Quelle: Solarserver.de

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CreativeCommons; Ray Zuo

Die Diskussion über die Integration von Photovoltaik (PV) in das Stromnetz erreicht in der Schweiz eine neue Dimension. Der Verband der Schweizerischen Elektrizitätsunternehmen (VSE) bringt einen Vorschlag ins Spiel, wonach die Einspeisung von PV-Strom künftig auf 70 Prozent der maximal möglichen Kapazität gedeckelt werden soll, um Netzstabilität und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Hintergrund dieses Vorstosses ist die wachsende Herausforderung, Spitzenlastsituationen im Netz zu steuern. Bei starkem Sonnenschein erzeugen viele PV-Anlagen gleichzeitig Strom, während der Verbrauch niedrig ist – dies kann zu Spannungsschwankungen, Überkapazitäten und Belastungen für Netzkomponenten führen. Mit einem 70-Prozent-Limit würde man gezielt ein Sicherheits­polster einbauen, um bei Bedarf regelnd eingreifen zu können.

Kritiker warnen, dass eine solche Deckelung den weiteren Ausbau der Solarenergie bremsen könnte. Investoren und Betreiber von PV-Anlagen könnten verunsichert werden, wenn das volle Ertragspotenzial nicht mehr ausgeschöpft werden darf. Zudem stellt sich die Frage, wie ein solcher Mechanismus technisch und ökonomisch umgesetzt werden kann – etwa durch Wirkleistungsregelung oder intelligente Netzmanagementsysteme.

Befürworter des Vorschlags argumentieren, dass nur mit klaren Grenzen und Regeln ein hochvolatiles Stromsystem mit vielen dezentralen Erzeugern stabil betrieben werden kann. Auch in Deutschland, Österreich und anderen europäischen Ländern wird bereits über ähnliche Regelungen nachgedacht, um das Netz vor Überlastung zu schützen.

Der VSE wies darauf hin, dass die Empfehlung in enger Zusammenarbeit mit der gesamten Branche erarbeitet wurde. Unterstützung erfahre sie auch von den relevanten Solarverbänden wie Swissolar. 

Quelle: www.solarserver.de

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(Bild: Lippuner EMT)

Die Solarfirma Helion will mit einem virtuellen Kraftwerk das Schweizer Stromnetz stabilisieren – durch Tausende Privathaushalte.

Statt nur grosse Pumpspeicherkraftwerke zur Netzregulierung einzusetzen, setzt Helion auf ein dezentrales Modell: Jeder Haushalt mit Photovoltaik-Anlage, Batterie und Wärmepumpe wird zu einem Mini-Kraftwerk. Dieses vernetzt Helion intelligent über eine KI-gesteuerte Plattform, entwickelt von einem Tessiner Start-up. So entsteht ein flexibles, landesweites Netzwerk, das auf Stromschwankungen blitzschnell reagieren kann – durch Einspeisen von Strom oder gezielten Verbrauch.

Swissgrid, verantwortlich für die Netzstabilität, zeigt sich überzeugt und begleitet das Projekt in einer sechsmonatigen Testphase mit 50 Haushalten. Die Vorteile für Teilnehmer:innen: Bis zu 300 Franken jährlicher Zusatzertrag und ein aktiver Beitrag zur Energiewende.

Wenn nur ein Drittel der bestehenden Solaranlagen mitmacht, kann die neue Plattform die Leistung eines Pumpspeicherkraftwerks wie Linth-Limmern erreichen. Bis 2030 könnten es sogar zwei solcher Kraftwerke sein. Ab sofort werden Neukunden eingebunden, ab 2026 auch Bestandskunden.

Quelle: Werdenberger & Obertoggenburger vom 19. April 2025, S. 12

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