Die Stellvertretende Landtagsabgeordnete Nadine Vogelsang (FBP) © Michael Zanghellini / Volksblatt

Der Landtag überwies ein Postulat der Fraktion Fortschrittliche Bürgerpartei mit 20 Stimmen. Dieses möchte, dass der Staat soll Vorbild bei den Themen Klimaschutz und Energieeffizienz werden soll. Insbesondere soll aufgezeigt werden, welches Potenzial Staatsgebäude bieten. Der Staat besitzt aktuell 65 Bauten, 4 weitere sind in Planung. Die FBP wollte wissen, inwiefern hier eine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit übernommen wird. «Wir wollen wissen, ob unsere Exekutive eine Musterschülerin ist. Oder gibt es noch Hausaufgaben zu machen?», erklärte die stellvertredende Landtagsabgeordnete Nadine Vogelsang (FBP). Das Postulat fordert, dass die Energieeffizienz aller staatlichen Gebäude, sowohl der bestehenden als auch der geplanten Neubauten, geprüft wird und dass transparente Ziele und entsprechende Massnahmen formuliert werden. Dabei geht es nicht nur um Einsparungsmöglichkeiten, sondern auch um Möglichkeiten zur Gewinnung und Speicherung von Energie. Ebenso wurden Möglichkeiten für eine Kreislaufwirtschaft angesprochen und es soll geklärt werden, welche nachhaltigen Rohstoffe verwendet werden können.

Nach Ansicht der FBP muss das Land mit gutem Vorbild vorangehen und keinen Neubau oder Umbau realisieren, bei dem nicht alle sinnvollen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. Es gelte, die Energieeffizienz zu steigern, erneuerbar zu heizen und mehr Strom zum Beispiel mittels PV-Anlagen zu produzieren.

In Zukunft solle in einem Architekturwettbewerb nicht das schönste Gebäude gewinnen, sondern das nachhaltigste, erklärte Nadine Vogelsang.

Der 25köpfige Landtag überwies das Postulat mit einer grossen Mehrheit von 20 Stimmen. Einige Abgeordnete hätten sich aber ein weiter gehendes Postulat gewünscht, unter anderem mit dem Einbezug der Gebäude staatsnaher Betriebe oder mit dem Einbezug weiterer Aspekte. . Als Beispiele wurden die Begrünung der Gebäude, die Mobilität oder der Beitrag der Gebäude zum Aufbau eines lokalen Strommarktes genannt.

Quelle: Liechtensteiner Volksblatt vom 2. Dezember 2021

Postulat zur Vorbildfunktion des Staates im Bereich Klima und Energie vom 18. Oktober 2021

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Daniel Gstöhl, Präsident der Solargenossenschaft (© Daniel Schwendener)

Klimawandel und Energiepolitik interessieren die Öffentlichkeit. Nach dem Interview mit dem Vorsitzenden der LKW-Geschäftsleitung, Gerald Marxer, in der «Wirtschaft Regional» folgt zwei Wochen später eine Gesprächs-Doppelseite mit SGL-Präsident Daniel Gstöhl. Eine Solarpflicht sei Liechtenstein zuzumuten und die Regierung handle zu langsam «und wir haben manchmal das Gefühl, wir müssen sie etwas anschieben» sind zwei der Schlagzeilen im Interview in der «Wirtschaft Regional».

Zur Doppelseite (S. 4 und 5) Seiten «Im Gespräch mit Daniel Gstöhl» in «Wirtschaft Regional» vom 26. März 2021.

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Roger Nordmann rechnet in seinem Buch «Sonne für den Klimaschutz – Ein Solarplan für die Schweiz» vor, dass die Schweiz die installierte Photovoltaik-Leistung bis 2050 um den Faktor 25 steigern muss, um die Energie- und Klimawende zu schaffen. Die Solargenossenschaft hat in ihrem aktuellen Forderungspapier für Liechtenstein einen Ausbau um mindestens den Faktor 15 gefordert, um nur schon den aktuellen Stromverbrauch abzudecken.

Nun hat das Bundesamt für Energie BFE berechnet, dass die installierte Leistung der Photovoltaik in der Schweiz bis 2050 um den Faktor 13 ansteigen muss. Nur so kann das Land komplett auf Erneuerbare umsteigen. Die Analysten des BFE haben vier verschiedene Szenarien gerechnet, wie die Schweiz zur vollständigen Versorgung mit Ökostrom kommen kann. Diese unterscheiden sich einerseits hinsichtlich der Energieeffizienz, die erreicht werden kann, und andererseits hinsichtlich des Umfangs der Sektorkopplung. Dazu kommen noch verschiedene Anteile von Wasserstoff sowie biogenen und synthetischen Treibstoffen, wofür die Schweiz unterschiedlich viele Ökostromanlagen braucht. Doch selbst im Basisszenario muss die installierte Leistung der Photovoltaik auf 37,5 Gigawatt steigen. Das wäre ein Wachstum um den Faktor 13 im Vergleich zum derzeitigen Stand. Nur so kann die Solarenergie zur tragenden Säule der Versorgung in der Schweiz werden und bis 2050 den Anteil von 40 Prozent erreichen. Bis dahin muss die Sonnenstromproduktion von derzeit zwei auf 34 Terawattstunden wachsen.

Gemäss dem Schweizer Branchenverband Swissolar muss die jährliche Strommenge sogar auf 45 Terawattstunden steigen, was eine Zubau auf 50 Gigawatt PV-Leistung notwendig macht. Die Unterschiede seien darauf zurückzuführen, dass das BFE aus Sicht des Verbandes eher optimistische Annahmen für den Ausbau der Windenergie und der Wasserkraft sowie in der stärkeren Ausschöpfung des Potenzials bei der Energieeffizienz ansetzt.

Natürlich wird dies Geld kosten. Doch das BFE betont, dass bis 2050 für die Erneuerung, Modernisierung und den Ersatz bestehender Energieinfrastrukturen, Gebäude, Anlagen, Geräte oder Fahrzeuge ohnehin Investitionen in der Höhe von rund 1.400 Milliarden Franken anfallen. Mit dem Ziel des vollständigen Umstiegs auf Ökoenergie steigt dieser Bedarf um weitere 109 Milliarden Franken. Das sind nur acht Prozent des ohnehin notwendigen Investitionsbedarfs. Gleichzeitig seien damit aber Einsparungen an Energiekosten in einer Höhe von 50 Milliarden Franken möglich.

Quellen:
BFE – Energieperspektiven 2050+: Mögliche Wege in eine erneuerbare und klimaneutrale Energiezukunft
www.photovoltaik.eu

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Neuer Tiefstand: Im Jahr 2019 gab es die wenigsten Stromausfälle seit dem Jahr 2006. Quelle: D-Bundesnetzagentur.

Die Bundesnetzagentur hat die durchschnittliche Dauer der Stromausfälle in Deutschland im vergangenen Jahr veröffentlicht. „Die Stromversorgung in Deutschland war auch 2019 sehr zuverlässig. Wir beobachten die niedrigsten Ausfallzeiten seit Beginn unserer Erhebungen”, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. «Die Energiewende und der steigende Anteil dezentraler Erzeugungsleistung haben weiterhin keine negativen Auswirkungen auf die Versorgungsqualität.» Denn die durchschnittliche Unterbrechungsdauer je angeschlossenem Letztverbraucher sank im Vergleich zum Vorjahreswert um 1,71 Minuten auf 12,20 Minuten. Dies ist die bisher geringste Ausfallzeit seit der ersten Veröffentlichung aus dem Jahr 2006.

Betreiber von Energieversorgungsnetzen berichten der Bundesnetzagentur jährlich über alle in ihren Netzen aufgetretenen Versorgungsunterbrechungen, die länger als drei Minuten dauern. Der jeweilige Bericht enthält Zeitpunkt, Dauer, Ausmaß und Ursache der Versorgungsunterbrechungen. Für das Jahr 2019 haben 859 Netzbetreiber insgesamt 159.827 Versorgungsunterbrechungen in der Nieder- und Mittelspannung übermittelt. Auch die Anzahl der Versorgungsunterbrechungen stellt den geringsten Wert seit Beginn der Erhebung dar.

Die Auswirkungen von Ausfallzeiten im Verteilnetz haben bei allen ungeplanten Störungsanlässen abgenommen. Hierzu zählen etwa Ursachen aus vorgelagerten Netzen der Mittelspannung oder die sogenannten «atmosphärischen Einwirkungen». Hierunter fallen beispielsweise Stürme, Hochwasser oder Schnee.

Angst vor Blackout unbegründet

«Das ist ein gutes Zeichen für den Strommarkt, der immer mehr auf den Erneuerbaren Energien fußt», sagt Wolfram Axthelm, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE). Die veröffentlichten Daten zeigten, dass eine Angst vor einem Blackout unbegründet sei. «Das Vertrauen in die Erneuerbaren Energien als zentrale und tragende Säule des Systems ist damit absolut berechtigt», so Axthelm.

Im bisherigen Jahr (Stand Oktober) lag der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung bei etwa 50 Prozent, damit nahmen sie den größten Anteil ein. «Die klimafreundlichen Technologien sind also durchaus fähig, das Stromsystem stabil zu tragen und der steigende Anteil dezentraler Stromerzeugung kein Hindernis für die Versorgung. Es beweist auch: Fossile und atomare Energieträger sind überholt», so Axthelm weiter.

Quelle: www.solarserver.de

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Im Hinblick auf die Landtagswahlen ist es wichtig, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wissen, welche Parteien und Kandidierenden sich für den Klimaschutz und die Energiewende einsetzen. Deshalb fordert die Solargenossenschaft die Parteien dazu auf, in ihren Wahlprogrammen diesen Themen eine hohe Priorität einzuräumen. Aber auch die Gemeinden haben eine grosse Verantwortung.

Die Solargenossenschaft hat ein Forderungspapier an die Politik ausgearbeitet, das sie an einer Medienorientierung vom 19. Oktober 2020 präsentiert hat. Liechtenstein muss das Tempo erhöhen, die jetzigen Bemühungen reichen bei weitem nicht, der Zubau an Photovoltaik muss beispielsweise viel schneller gehen. Dafür braucht es Anreize aber auch Verpflichtungen: Auf Neubauten müssen zwingend Photovoltaikanlagen installiert werden.

Hier die Berichterstattung in den Medien über die Forderungen der Solargenossenschaft:

News von Radio L am 19. Oktober 2020

Bericht im Liechtensteiner Vaterland vom 20. Oktober 2020

Bericht im Liechtensteiner Volksblatt vom 21. Oktober 2020

News auf 1FLTV am 22. Oktober 2020:

 

Hier findest Du das Forderungspapier der Solargenossenschaft und die Medienmitteilung dazu.

Schon im Herbst 2019 hatten wir die Gelegenheit, zum damaligen Entwurf für eine Energievision 2050 und eine Energiestrategie 2030 abzugeben. Nachdem die Regierung diese Dokumente genehmigt und der Öffentlichkeit präsentiert hat, haben wir unsere Stellungnahme aktualisiert. Das Fazit lautet nach wie vor: Die Richtung stimmt, das Tempo ist viel zu langsam.

Umfassende Stellungnahme der Solargenossenschaft Liechtenstein vom 21. Oktober 2020 zur Energievision 2050, zur Energiestrategie 2030 und zur Massnahmenliste.

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Die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sind in den letzten zehn Jahren stark gesunken. Dies geht aus Kostendaten hervor, die von der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) im Jahr 2019 aus 17‘000 Projekten erhoben wurden. Bei 56% aller neu in Betrieb genommenen Grossanlagen für die regenerative Stromerzeugung lagen die Kosten 2019 unter der günstigsten Alternative mit fossilen Brennstoffen (Kohlekraftwerke). So sanken beispielsweise die Kosten für Windenergie an Land innerhalb von 10 Jahren um 39%, die für Photovoltaik gar um 82%.

Im Jahresvergleich fielen die Stromkosten für PV-Grossanlagen 2019 um 13% auf 0,06 Euro pro Kilowattstunde (kWh). Ein Nachlassen des Trends ist nicht zu erkennen. Die jüngsten Auktionen und Stromlieferverträge (power purchase agreements oder PPA) deuten darauf hin, dass die PV-Preise für Projekte, die 2021 in Auftrag gegeben werden, durchschnittlich auf 0,03 EUR/kWh beziffert werden könnten. Dies entspricht einem Rückgang von 42% gegenüber 2019 und ist mehr als ein Fünftel günstiger als Strom aus fossilen Brennstoffen.

Die regenerative Stromerzeugung wuchs im Jahr 2020 auch trotz der COVID-19-Pandemie weiterhin. Die stetig steigende Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien sowie ihre Modularität, kurzfristige Skalierbarkeit und Möglichkeiten zur Schaffung von Arbeitsplätzen machen sie höchst attraktiv. Erneuerbare Energien können kurzfristige Konjunkturbelebungsmassnahmen mit mittel- und langfristiger Energie- und Klimanachhaltigkeit in Einklang bringen.

Quelle: irena.org

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Eigenverbrauch Gewerbe

Weg von Kohle, Öl und Gas, hin zu Wind- und Solarenergie: Das ist machbar. Erneuerbare Energien benötigen lediglich zwei Prozent der Gesamtfläche Europas für eine Strom-Vollversorgung.

Die kostengünstigste Variante für 100 Prozent grünen Strom in Europa wäre die Kombi von Solarstrom aus Freiflächenanlagen und Windparks an Land. Diese Lösung benötige Flächen von etwa 97.000 Quadratkilometern. Das entspricht rund zwei Prozent der Gesamtfläche Europas oder einer Fläche so groß wie Portugal. Eine neue Studie vom ISAA Potsdam untersucht, wie der Flächenbedarf eines vollständig auf erneuerbaren Energien beruhenden Stromsystems in Europa verringert werden kann und wie sich dies auf die Kosten auswirkt.

Sonnenenergie reduziert Flächenbedarf

Laut der Studie gibt es dafür drei geeignete Möglichkeiten, die einzeln oder auch in Kombination eingesetzt werden können: Offshore-Windkraft, große Solarparks und Solaranlagen auf Hausdächern. Jede dieser Technologien könnte den Flächenbedarf an Land auf etwa 48.000 Quadratkilometer – ein Prozent der Fläche Europas – und weniger begrenzen.

Besonders kosteneffektiv ist laut den Berechnungen der Studie die Offshore-Windkraft: Sie kann den Flächenbedarf an Land um 50 Prozent verringern, bei Mehrkosten von fünf Prozent gegenüber der günstigsten Variante. Wenn Windkraft an Land durch große Solarparks oder Solaranlagen auf Dächern ersetzt wird, steigen die Mehrkosten demnach auf bis zu 20 Prozent.

Quelle: www.photovoltaik.eu

 

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Das deutsche Umweltministerium hat einen Bericht über die globalen Investitionen in Erneuerbare Energien vorgestellt. Deutschland lag im Gesamtzeitraum zwischen 2010 und 2019 auf Platz eins in Europa, ist aber im Vorjahr auf den vierten Platz in Europa abgerutscht.

Technologien, die nachhaltige Energie erzeugen, werden immer günstiger

Das UNEP-Collaborating Centre der Frankfurt School of Finance & Management und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) haben den Report „Global Trends in Renewable Energy Investment 2020“ vorgestellt. Der Bericht zeigt, dass der weltweite Aufbau von Kapazitäten für Erneuerbare Energien im Jahr 2019 um 12 Prozent auf 184 Gigawatt gestiegen ist. Dieser bisher weltweit größte Zuwachs innerhalb eines Jahres wurde mit einer Investition von 282,2 Milliarden US-Dollar realisiert – nur ein Prozent höher als im Jahr 2018.

Das bedeutet: Technologien, die nachhaltige Energie erzeugen, werden immer günstiger. Der Bericht zeigt neben Analysen und Trends auch Chancen für Klima-Investitionen während der Corona-Krise und für das neue Jahrzehnt auf.

Neue und sichere Arbeitsplätze

Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze sagt dazu: „Schon heute stellen Erneuerbare Energien wie Wind und Solar knapp 80 Prozent der neu gebauten Kapazitäten zur Stromerzeugung. Investoren und Märkte sind von ihrer Zuverlässigkeit und Wettbewerbsfähigkeit überzeugt. Die Förderung Erneuerbarer Energien ist ein starker Motor für die Erholung der Wirtschaft nach der Corona-Krise und schafft neue und sichere Arbeitsplätze. Zugleich werden Wind- und Solarenergie immer günstiger und entwickeln sich weltweit zu einer wettbewerbsfähigen sauberen Alternative zu den fossilen Energien.“

Wichtige Ergebnisse des Berichts sind:

Quelle: solarserver.de

Vollständiger Bericht: fs-unep-centre.org

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Aktuelle Aufstellung des Solar Clusters zur Vermeidung von Kohlendioxid. © infotext-berlin.de

Solarstromanlagen sind ein effizientes Mittel gegen den Klimawandel. Jede Kilowattstunde Solarstrom vermeidet 627 Gramm Kohlendioxid. Das belegen neue Zahlen des deutschen Umweltbundesamtes.

Eine Anlage mit 16 Kilowatt spart rund zehn Tonnen Kohlendioxid im Jahr ein. Bei einem Solarpark mit zehn Megawatt sind es bereits rund 6.300 Tonnen jährlich. Darauf weist das Solar Cluster Baden-Württemberg hin. Allein in Baden-Württemberg hat die Photovoltaik im Jahr 2018 den Ausstoss von rund 3,6 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden. Deutschlandweit sind es insgesamt fast 29 Millionen Tonnen.

6.500 Fussballfelder Wald

Um die gleiche Menge Kohlendioxid durch Bäume zu binden, wären im Fall der 16-Kilowatt-Anlage rund 800 Buchen nötig. Bei dem Solarpark sind es eine halbe Million – ein Wald so gross wie rund 6.500 Fussballfelder. «Damit das klar ist: Für den Klimaschutz braucht es beides, mehr Photovoltaikanlagen und mehr Bäume», sagt Franz Pöter, Geschäftsführer des Solar Clusters. Den Löwenanteil der Vermeidung von Kohlendioxid bei der Stromerzeugung werde neben der Windenergie vor allem die Photovoltaik tragen.  Für den Solarausbau müssten Politik und Wirtschaft nun massiv in Forschung und Produktion investieren.

Bis zu 500 Gigawatt Photovoltaikleistung, zehnmal so viel wie aktuell errichtet, sind hierzulande nötig, um einen hohen Anteil erneuerbarer Energien im Energiesystem und somit die Klimaziele zu erreichen, hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme kürzlich berechnet. Aktuelles Ziel der Bundesregierung bis 2030 sind 55 Prozent weniger Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 1990. Bislang sind erst rund 35 Prozentpunkte geschafft.

Der Beitrag von Photovoltaikanlagen zum Klimaschutz ist nicht zu unterschätzen. Die 16-Kilowatt-Anlage vermeidet genau so viel Kohlendioxid, wie ein Bundesbürger durchschnittlich pro Jahr verursacht. Bei einer vierköpfigen Familie reduzieren sich die Emissionen bilanziell folglich um 25 Prozent.

38.000 Buchen entsprechen 750 Kilowatt

Auch Unternehmen oder die öffentliche Hand können mit Photovoltaik ihre Klimabilanz erheblich verbessern: Eine mittelgrosse Solaranlage auf Gewerbeimmobilien oder kommunalen Gebäuden mit 350 Kilowatt installierter Leistung vermeidet rund 220 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Grössere Anlagen auf Industriedächern oder Verwaltungsgebäuden mit 750 Kilowatt vermeiden 470 Tonnen.

Um dieselbe Menge Kohlendioxid zu binden, die die 350-Kilowatt-Anlage vermeidet, wäre ein Wald mit rund 18.000 Buchen erforderlich. Bei der 750-Kilowatt-Anlage sind es sogar 38.000 Buchen. Die Daten zur Bindung des Kohlendioxids durch Buchen stammen vom Wald-Zentrum der Universität Münster: Der Laubbaum bindet pro Jahr im Schnitt 12,5 Kilogramm Kohlendioxid – als Setzling weniger, als ausgewachsener Baum mehr. Er muss rund 80 Jahre wachsen, damit er eine Tonne des Klimagases in Holz umwandeln kann.

Quelle: www.photovoltaik.eu

 

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Die Erkenntnisse aus den über 100 Forschungsprojekten des Schweizerischen Nationalen Forschungsprogramms (NFP) Energie zeigen, dass ein wirtschaftlich und sozial verträglicher Ausstieg aus der Kernenergie und der CO2-intensiven Energiewelt schon mit den heute bekannten technischen und finanziellen Mitteln grundsätzlich möglich ist. Das NFP erkennt dabei die grosse Bedeutung der Photovoltaik, schätzt den nötigen Ausbau aber als relativ tief ein.

Fassaden für Winterstrom nutzen

Das NFP erkennt die grosse Bedeutung der Photovoltaik bei der Transformation von Gebäuden hin zu Kraftwerken. Dabei müssen die Fassaden sehr viel stärker für Photovoltaik genutzt werden als bisher. Solche Anlagen bieten einen hohen Anteil an Winter-Stromproduktion wegen ihrer senkrechten Aufstellung.

Dass die Leistung der Schweizer Photovoltaik bis 2050 wie vom NFP gefordert nur «knapp verdoppelt» werden soll, scheint beispielsweise der Vereinigung Swisssolar viel zu tief gegriffen. Eine Verdoppelung der jetzigen Leistung könnte nur gerade 7% des heutigen Strombedarfs decken und damit weniger als 5% des Bedarfs, der nach der Dekarbonisierung zu erwarten ist. Denn auch die Schweiz braucht künftig mehr Strom für Elektromobilität und Wärmepumpen.

Swissolar verlangt deshalb weiterhin eine Zunahme der PV-Leistung um den Faktor 25 bis 2050, was 50 Gigawatt entspricht und weitgehend auf bestehenden Dächern und Fassaden installiert werden kann.

Zusammenfassung der Resultate des NFP Energie: www.nfp-energie.ch/de/program/resumee/

Quelle: www.swissolar.ch

 

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Energiewende-Pionier Deutschland treibt den Umbau seines Energiesystems seit langem voran. Die deutsche Energiepolitik wird hierbei von einer kritischen öffentlichen Debatte begleitet. Was ist dran an den erhobenen Vorwürfen? Die SES macht den Faktencheck. Resultat: Nicht alles, aber vieles läuft in die richtige Richtung.

Mit der Ankündigung, sich von fossilen und nuklearen Energieträgern zu verabschieden und diese durch erneuerbare Energien zu ersetzen, hat Deutschland viel internationale Aufmerksamkeit erregt. Neben Lob hat die deutsche Energie-wende ebenso Skepsis und Kritik geerntet, insbesondere was die konkrete politische Ausgestaltung in Form des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) betrifft. Doch waren das EEG und das darin definierte Instrument der Einspeisevergütung wegweisend für den erfolgreichen Ausbau der erneuerbaren Energien. Inzwischen tragen die erneuerbaren Energieträger über 38% zur Deckung des deutschen Strombedarfs bei (Stand 2018). Das Instrument der Einspeisevergütung wurde weltweit von zahlreichen Ländern übernommen.

Die öffentliche Debatte portiert häufig ein negatives Bild einer misslungenen deutschen Energiewende. Behauptungen wie «Mit der Ausserbetrienahme der deutschen Atomkraftwerke muss die resultierende «Stromlücke» mit Kohlestrom und Atomstromimporten gedeckt werden» oder «Ein Energiesystem, welches ausschliesslich auf erneuerbaren Energien beruht, gefährdet die Versorgungssicherheit in Deutschland» stehen im Raum. Die SES hat diese und weitere Behauptungen genauer betrachtet und rückt mit dem vorliegenden Faktencheck das Image der deutschen Energiewende ins richtige Licht.

Quelle: SES

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Dreihundert ForscherInnen, fünf Jahre, 103 Projekte, 45 Mio. CHF. Das sind die Zahlen zum Nationalen Forschungsprogramm «Energiewende». Das Resultat: «Der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und der Kernenergie ist bis 2050 möglich», so der Leiter des Programms, Hans-Rudolf Schalcher von der ETH.

Als Schlüsselfaktor wird die vermehrte Förderung der Photovoltaik herausgestrichen. Der Geothermie soll eine neue Chance gegeben werden und auch auf dem Bau sei vieles möglich, die Treibhausgasemissionen von Betonkonstruktionen müsse reduziert werden. Die ForscherInnen betonen, dass die Ziele mit Freiwilligkeit alleine nicht zu erreichen seien, es seien regulatorische Eingriffe erforderlich. Energieverteiler sollen flexible und dynamische Stromtarifmodelle entwickeln und einsetzen, die den Anreiz schaffen, den Stromverbrauch und die Energiekosten zu senken. Bezüglich Wasserkraft weisen die ForscherInnen darauf hin, dass das Gewässerschutzgesetz heute hinsichtlich der ökologischen Ziele unzureichend umgesetzt werde. Schalcher schätzt die Kosten auf rund 100 Milliarden CHF. Stehen und fallen werde die Transformation mit der Möglichkeit der Speicherung von Energie.

Quelle: St. Galler Tagblatt vom 15. Januar 2020

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Für jede Region in Europa – ausser für Liechtenstein – wurde das Potenzial erneuerbarer Energien und der Strombedarf ermittelt. © IASS

Das Potenzial von Wind- und Sonnenenergie ist gross genug, um Europa regional zu hundert Prozent mit erneuerbarer Elektrizität zu versorgen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS). Die Studie kommt zum Ergebnis, dass auf regionaler oder lokaler Ebene die Selbstversorgung mit ausschliesslich regenerativem Strom in vielen Fällen rechnerisch möglich ist. Bestimmte Ballungsräume haben es allerdings schwer, dort wird viel Land angrenzender Regionen gebraucht.

Die Möglichkeit zur autarken, regenerativen Stromversorgung setzt voraus, dass genügend Flächen zur Energiegewinnung zur Verfügung stehen. Die Wissenschaftler stellten sich daher die Frage, in welchen Teilen von Europa das der Fall ist? Dafür untersuchten sie die nutzbaren Flächen und die darauf gewinnbare Menge an erneuerbarem Strom auf kontinentaler, nationaler, regionaler und kommunaler Ebene.

Die Autoren vom IASS und der ETH Zürich unter Leitung von Johan Lilliestam ermittelten einerseits das technische Potenzial der Dach- und Freiflächen-Photovoltaik sowie der On- und Offshore-Windkraftanlagen durch eine Analyse der Verfügbarkeit und Zulässigkeit von Landflächen. Dafür berücksichtigten sie die aktuelle Landbedeckung und Landnutzung durch Siedlungen oder Agrarflächen und es flossen Höhenlagen und lokale klimatische Bedingungen mit ein, die begrenzende Faktoren für eine Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sein können. Sie bestimmten so die Menge an Elektrizität, die unter Berücksichtigung technischer Aspekte erzeugt werden kann.

Eine nachhaltige und sozial verträgliche Stromerzeugung wird allerdings das technische Potenzial nicht komplett ausschöpfen können. Deshalb zogen die Wissenschaftler gewisse Flächen ab: In Naturschutzgebieten zum Beispiel werden keine technischen Anlagen errichtet und auf Ackerland nur solche, die die Agrarwirtschaft nicht verhindern. Als Referenzgrösse für den angenommenen Bedarf wurden die Stromverbrauchszahlen des Jahres 2017 verwendet.

Übereinstimmend mit früheren Analysen konnten die Autoren belegen, dass das technisch-soziale Potenzial von erneuerbarem Strom grösser ist als die Nachfrage auf kontinentaler und nationaler Ebene. Um eine Stromautarkie ebenso auf subnationaler Ebene zu erreichen, müssten Regionen allerdings sehr grosse Teile oder ihr gesamtes nicht bebautes Land für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien nutzen, so das Studienergebnis.

Bei Anwendung der Einschränkungen des technisch-sozialen Potenzials beträgt das Gesamtpotenzial auf kontinentaler Ebene 15.000 Terawattstunden pro Jahr, was den heutigen Strombedarf mehr als viermal übersteigt. Selbst bei strengen sozialen Zwängen, bei denen das technische Potenzial um über 90 Prozent reduziert wird, ist das Potenzial Europas für Strom aus erneuerbaren Energien immer noch hoch genug, um Stromautarkie auf kontinentaler Ebene zu erreichen.

Interaktive Karte für ganz Europa

Das Ergebnis der Studie ist an einer interaktiven Europakarte für jede europäische Region und Kommune online überprüfbar – leider fehlt genau Liechtenstein. Die Karte zeigt europaweit, welches Potential für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien jeweils besteht und ob die Region sich damit selbst versorgen kann. Die Ergebnisse zeigen, wie schwierig es ist vor allem in dicht besiedelten Metropolen wie etwa Berlin den eigenen Strombedarf durch erneuerbare Energiequellen zu decken. Allerdings verweist Autor Tim Tröndle darauf, dass auch dies machbar sei, wenn sich Metropolen mit den umliegenden Regionen zusammenschliessen. In ländlichen Regionen, oder Stadtregionen mit viel ländlichem Umland, ist Autarkie basierend auf Strom nur aus erneuerbaren Quellen möglich: selbst auf der lokalen Ebene ist das Potential in 75 Prozent der Kommunen ausreichend, um die jährliche Nachfrage zu decken.

Quelle: www.photovoltaik.eu

Interaktive Europakarte.

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Obwohl Liechtenstein sich seit Jahren «Solarweltmeister» nennen darf, besteht noch viel Luft nach oben. Je nach Anstrenungen und finanzieller Förderung durch das Land könnte der in Liechtenstein produzierte Sonnenstrom einen Anteil von 8, 20 oder gar 40% des inländischen Strombedarfs betragen. Derzeit sind es rund 5,5%.

Dies ergaben Berechnungen der Regierung, die im Rahmen der Beantwortung einer Interpellation der Freien Liste vorgenommen wurden.

Die Regierung ist auch gewillt, noch mehr Solarstrom auf Dächern von eigenen Gebäuden zu produzieren. Von einem Zwang für private Bauherr/innen, bei Neubauten verpflichtend auch eine Photovoltaik-Anlage zu installieren, will die Regierung nichts wissen.

Bericht im Liechtensteiner Volksblatt.

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Das Liechtensteiner Vaterland berichtete in seiner Ausgabe vom 25. Mai 2019, dass Liechtenstein in seinem Stommix über 60% Atomstrom hat und damit in Europa nur gerade vom Atomland Frankreich übertroffen wird. Die Solargenossenschaft wird hier noch mehr Aufklärungsarbeit leisten, um den Verbrauch von selbst produziertem Solarstrom zur Schonung des Geldbeutels und des Klimas weiter zu fördern.

Die Solargenossenschaft Liechtenstein hat in ihrem 27jährigen Bestehen viel dafür getan, dass das Land seit Jahren stolz den Titel «Solarweltmeister» tragen darf. Der Vorstand der Solargenossenschaft hat nun mit Befremden zur Kenntnis genommen, dass Liechtenstein gleichzeitig auf bestem Weg ist, «Europameister» im Bezug vom Atomstrom pro Einwohner/in zu werden. Sie will mit einer Kampagne Gegensteuer geben.

In einem ersten Schritt muss gewährleistet werden, dass die Kundinnen und Kunden die Herkunft ihres Stroms erkennen können. Als zweiten Schritt braucht es eine sukzessive und massive Reduktion des Atomstromanteils im Liechtensteiner Strommix und dessen Ersatz mit erneuerbaren Energien.

Während Photovoltaik-Anlagen bei Wohngebäuden, vor allem bei Neubauten, im Trend liegen, könnte die Industrie weit mehr beitragen, hat sie doch riesige ungenutzte Dachflächen zur Verfügung. Die Solargenossenschaft wird eine Kampagne lancieren, um sowohl bei Privathaushalten als auch in der Industrie den Eigenverbrauch von Solarstrom voranzubringen. Die Wirtschaft des Landes floriert; die Solargenossenschaft bezweifelt, dass es dem Image des Landes gut bekommt, aus finanziellen Überlegungen Atom- statt Naturstrom zu verwenden. Dies lässt sich kaum mit den UNO-Nachhaltigkeitszielen vereinbaren, von denen in Wirtschaft und Politik derzeit überall die Rede ist.

Die Solargenossenschaft wird deshalb Aufklärungsarbeit leisten, um den Verbrauch von selbst produziertem Solarstrom zur Schonung des Geldbeutels und des Klimas weiter zu fördern. Sie wird weiterhin Fakten bereitstellen und prüft die Möglichkeit von Kooperationen mit Wirtschafts­betrieben zur Erstellung von Photovoltaik-Anlagen auf Firmendächern. Die Solargenossenschaft bleibt jedenfalls am Ball, unter dem Motto: «Atomstrom-Europameister – Nein Danke!»

Solargenossenschaft-Medienmitteilung vom 29.5.2019

Artikel dazu im Liechtensteiner Vaterland vom 31.5.2019 (S. 1 und 3)
Stellungnahme der Solargenossenschaft als Leserbrief und Stellungnahme der Liechtensteiner Kraftwerke LKW.

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