16.08.2022

Windkraft: Aus alten Rotorblättern werden neue Skier

Robin van Buchem, Head of Operations NL bei Vattenfall, übergibt eines der Rotorblätter der Windkraftanlage an Philip Mol, President des MBO College Airport. ©Bild: Vattenfall

Vattenfall beabsichtigt, bis 2030 alle demontierten Rotorblätter von Windkraftanlagen zu recyceln, 50 Prozent der Rotorblätter bereits bis 2025. Die Rotorblätter des niederländischen Windparks Irene Vorrink sind die ersten, die dem Recyclingprozess zugeführt und in einem Pilotprojekt zu Skiern, Wanderstöcken und Baumaterial für Solarparks verarbeitet werden. Dabei arbeitet Vattenfall mit spezialisierten Unternehmen zusammen.

Komplexe Zusammensetzung

Das Recycling von Rotorblättern von Windkraftanlagen ist aufgrund ihrer komplexen Zusammensetzung eine Arbeit für Spezialisten wie dem norwegischen Unternehmen Gjenkraft. Rotorblätter bestehen nicht nur aus Harz und Glas- oder Carbonfasern, sondern auch aus Balsaholz, PVC- oder PET-Schaum, anderen Polymeren und Metalle. Je nach Typ der Blätter gewinnt Gjenkraft Glas- und Kohlenstofffasern zurück, aus denen dann Skier, Wanderstöcke und andere Erzeugnisse hergestellt werden, die Glasfasern und Carbonfasern enthalten.

Baumaterial für Agrophotovoltaikanlagen

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, Rotorblätter von demontierten Windkraftanlagen wieder zu verwenden. Die Blätter sind für extreme Belastungen ausgelegt, die starken Glasfasern und der Kohlenstoff sind durch Duroplaste verbunden. Dem Unternehmen Billion People ist es gelungen, neue Duroplaste herzustellen, die als Baumaterialien für Agrophotovoltaikanlagen zum Einsatz kommen. Diese Duroplaste können den Stahl und das Aluminium der Konstruktion ersetzen, für deren Produktion viel Energie benötigt wird und die aufgrund des Krieges in der Ukraine mittlerweile sehr knapp sind.

Quelle: www.suisse-eole.ch

Alle News →

Ähnliche Beiträge

  • Neue Planungsgrundlage: Im Schwarzwald ist Platz für Windenergie und Auerhuhn

    Eine Karte zeigt, auf welchen Flächen im Schwarzwald Auerhühner leben – auf den übrigen sollen nun Windparks schneller geplant werden können. Im Schwarzwald lebt das seltene Auerhuhn – das machte die Nutzung für Windenergie bisher schwierig. Die Baden-Württembergischen Ministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft haben nun eine neue Planungsgrundlage […]

    mehr erfahren →

  • Nationale Windenergietagung 2022: Die Solarenergie braucht die Windenergie

    Am 31. August findet in Bern die  Nationale Windenergietagung statt. Unter anderem wird Prof. Christophe Ballif, Direktor Photovoltaics and thin film electronics laboratory EPFL, anhand einer neuen Studie erklären, welchen Platz die Windenergie im künftigen Energiemix aus der Sicht der Photovoltaik hat. Im Gegensatz zur Schweiz setzt ganz Europa auf Windenergie: Robin Borgert, Director Sales […]

    mehr erfahren →

  • CH: Hauskatzen töten 30 Millionen Vögel im Jahr – eine Windenergieanlage durchschnittlich 20

    Gemäss den Schätzungen des Bundesamtes für Energie werden in der Schweiz jährlich 36 Millionen Vögel aufgrund menschlicher Aktivität getötet: rund 30 Millionen sterben durch Hauskatzen, 5 Millionen kollidieren an Glasfassaden und 1 Million erwischt es im Verkehr. Dies hielt der Bundesrat in der Fragestunde vom 13.12.21 fest. Bei der Windenergie wird der Vogelschutz sehr genau […]

    mehr erfahren →

  • Prognosen für Schweizer Windkraft 2020 um 14% übertroffen

    Schon das zweite Jahr in Folge glänzen Schweizer Windkraftanlagen mit einer Rekordproduktion: Mit 146 Millionen Kilowattstunden, genau so viel wie der 2019 aufgestellte Rekord, produzierten die Schweizer Windparks. Das ist 14% mehr Strom als bei ihrem Bau veranschlagt. Die Windkraftanlage Collonges hat die Prognosen gar um 32% übertroffen, gefolgt von den Windparks Peuchapatte und Feldmoos/Rengg […]

    mehr erfahren →

News teilen: