21.07.2026

Gross­bat­te­ri­en wer­den für die Ener­gie­wen­de im­mer wich­ti­ger

Die Energiewende bringt nicht nur mehr Solaranlagen und Windkraftwerke, sondern stellt auch neue Anforderungen an das Stromnetz. Denn Strom aus Sonne und Wind fällt nicht immer dann an, wenn er gebraucht wird. Hier kommen Grossbatterien ins Spiel: Sie speichern überschüssige Energie und geben sie später wieder ans Netz ab. In der Schweiz beginnt nun eine neue Phase, in der solche Speicheranlagen stark ausgebaut werden.

Bereits heute sind in der Schweiz erste Grossbatterien in Betrieb. Doch bis 2030 sind Projekte mit einer Speicherkapazität von mindestens 4’350 Megawattstunden (MWh) geplant. Das entspricht rechnerisch genügend Energie, um über vier Millionen Haushalte während rund zwei Stunden mit Strom zu versorgen. Laufend kommen weitere Projekte hinzu. (srf.ch)

Anders als Pumpspeicherkraftwerke speichern Batterien zwar deutlich weniger Energie über längere Zeit. Dafür reagieren sie innert Sekunden. Sie können Schwankungen im Stromnetz ausgleichen, die Netzfrequenz stabil halten und Solarstrom aufnehmen, der sonst wegen eines Überangebots verloren ginge. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Ein weiterer Vorteil: Grossbatterien lassen sich vergleichsweise schnell realisieren. Während neue Stromleitungen oder Kraftwerke oft viele Jahre Planung und Bewilligungsverfahren benötigen, können Batteriespeicher innert deutlich kürzerer Zeit gebaut werden. Zudem sind die Kosten für Batteriesysteme in den vergangenen Jahren stark gesunken, was Investitionen zunehmend attraktiv macht.

Trotzdem sind Batterien kein Ersatz für den Ausbau der Stromnetze oder für zusätzliche erneuerbare Kraftwerke. Sie können Energie nur zwischenspeichern – erzeugen können sie keinen Strom. Deshalb ist weiterhin mehr Solar- und Windenergie gefragt sowie leistungsfähigere Stromnetze. Grossbatterien ergänzen dieses System, indem sie Angebot und Nachfrage besser aufeinander abstimmen. (Swissgrid)

Auch bei kleineren Batteriespeichern ist ein starkes Wachstum zu beobachten. Immer mehr Haushalte und Unternehmen kombinieren ihre Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeicher und erhöhen damit den Eigenverbrauch. Zusammen mit den neuen Grossbatterien entsteht so ein flexibleres Energiesystem, das besser auf die schwankende Stromproduktion aus erneuerbaren Energien vorbereitet ist. (swissolar.ch)

Auch in Liechtenstein ein Thema

Auch die Liechtensteinischen Kraftwerke LKW starteten im Bereich Grossspeicher ein Pilotprojekt, laut LKW-Geschäftsführer Gerald Marxer ist die Wahrscheinlichkeit einer Realisierung sehr gross. «Aber nicht in der Grössenordnung einer Batterie, wie sie manche im Keller stehen haben. Wir sprechen hier von Batterien in der Grösse mehrerer Schiffscontainer und mit mehreren Megawatt Kapazität». (Vaterland.li). Die LKW haben die Beschaffung eines grossen Batteriespeichersystems (BESS) öffentlich ausgeschrieben. Gesucht wird ein System mit einer Leistung von mindestens 25 MW und einer Speicherkapazität von 50 MWh. Als Standort wird Balzers genannt. (vergaben.llv.li)

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