01.06.2026

Solar­ge­nos­sen­schaft for­dert Ab­wrack­prämie für fos­sile Hei­zun­gen

Die Solargenossenschaft Liechtenstein fordert von der Regierung rasche und wirksame Massnahmen gegen den weiterhin hohen Anteil fossiler Heizungen im Land. Im Rahmen ihrer Stellungnahme zur geplanten Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie schlägt sie insbesondere eine zeitlich befristete Abwrackprämie für Öl- und Gasheizungen vor.

Gemäss dem aktuellen Monitoringbericht zur Energiestrategie 2030 werden in Liechtenstein noch immer rund 70 Prozent aller Heizungen fossil betrieben. Gleichzeitig ist der Anteil neu installierter fossiler Heizungen im Jahr 2024 sogar wieder gestiegen. Für die Solargenossenschaft zeigt dies klar: Der freiwillige Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme erfolgt zu langsam.

Die Regierung hält selbst fest, dass zusätzliche Mittel und Wege notwendig sind, um mehr Eigentümerinnen und Eigentümer zum Heizungsersatz zu motivieren. Im Vernehmlassungsbericht fehlten jedoch konkrete Lösungen dafür.

Die Solargenossenschaft schlägt deshalb die Einführung einer zeitlich befristeten Abwrackprämie vor. Eigentümerinnen und Eigentümer, die ihre fossile Heizung innerhalb der nächsten zwei Jahre durch eine Wärmepumpe oder den Anschluss an ein erneuerbares Wärmenetz ersetzen, sollen zusätzlich zu den bestehenden Förderungen eine attraktive Prämie erhalten.

Entscheidend ist dabei die zeitliche Befristung. Diese kann einen starken Anreiz schaffen, notwendige Investitionen nicht weiter aufzuschieben. Ähnliche Modelle haben bereits in anderen Bereichen gezeigt, dass sie Investitionsentscheide deutlich beschleunigen können.

Eine solche Massnahme hätte aus Sicht der Solargenossenschaft mehrere Vorteile gleichzeitig: Sie würde den CO₂-Ausstoss senken, die Abhängigkeit von importiertem Öl und Gas reduzieren, das lokale Gewerbe stärken und gleichzeitig auf Verbote verzichten. Damit würde auch dem Abstimmungsresultat von 2024 Rechnung getragen.

Zusätzlich fordert die Solargenossenschaft eine gezielte Erhöhung der Förderbeiträge für Wärmepumpen beim Ersatz bestehender fossiler Heizungen. Gerade bei älteren Gebäuden sind die Anfangsinvestitionen trotz bestehender Förderungen für viele Eigentümerinnen und Eigentümer weiterhin hoch.

Die Solargenossenschaft ist überzeugt, dass Liechtenstein ohne zusätzliche marktwirtschaftliche Anreize seine Klimaziele im Gebäudebereich nicht erreichen wird.

Dokumente:
Vernehmlassungsbericht der Regierung.
Stellungnahme der Solargenossenschaft Liechtenstein zum Vernehmlassungsbericht.

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