26.02.2026
Solarparks und Tierwohl: Neue Idee verbindet Strom und Landwirtschaft

Solarparks liefern sauberen Strom – doch oft stehen sie in der Kritik, weil sie landwirtschaftliche Flächen beanspruchen. Ein neues Konzept will genau dieses Problem lösen: Es kombiniert Photovoltaik mit artgerechter Tierhaltung. Entwickelt wurde die Idee vom Unternehmen Münch Energie unter dem Namen „TierwohlPV“.
Der Ansatz ist einfach: Die Flächen unter und zwischen den Solarmodulen werden weiterhin landwirtschaftlich genutzt – etwa als Weide für Tiere. Rinder, Schafe oder auch Geflügel können sich dort frei bewegen. Gleichzeitig dienen die Solarmodule als natürlicher Schutz vor Sonne, Regen und Wind.
Im Unterschied zu vielen bisherigen Agri-Photovoltaik-Anlagen setzt das Konzept auf möglichst einfache Bauweisen. Klassische Agri-PV ist oft teuer, weil die Module hoch aufgeständert werden müssen, damit grosse Maschinen darunter fahren können. Beim neuen Ansatz ist das nicht nötig: Da Tiere statt Traktoren die Flächen nutzen, bleiben die Anlagen näher am Boden und damit günstiger.
Das hat mehrere Vorteile. Erstens bleibt die Stromproduktion pro Fläche hoch. Zweitens können Landwirte ihre Flächen weiterhin bewirtschaften und zusätzliche Einnahmen erzielen – etwa durch Tierhaltung und Stromverkauf gleichzeitig.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Akzeptanz. Projekte mit erneuerbaren Energien stossen oft auf Widerstand in der Bevölkerung. Wenn jedoch gleichzeitig Tierwohl und Landwirtschaft berücksichtigt werden, steigt die Zustimmung deutlich. Das Konzept gilt deshalb auch als möglicher Weg, Konflikte um Flächennutzung zu entschärfen.
In der Praxis gibt es bereits erste Beispiele: Tiere nutzen die Flächen unter den Modulen als Weide, während sie gleichzeitig zur Pflege der Anlage beitragen – etwa indem sie das Gras kurz halten. Die Systeme werden dabei je nach Tierart angepasst, etwa mit speziellen Schutz- oder Leiteinrichtungen.
Noch steht das Modell am Anfang, doch das Interesse ist gross. Münch Energie plant bereits weitere Projekte und Partnerschaften. Klar ist: Wenn sich dieses Konzept durchsetzt, könnten Solarparks künftig mehr sein als reine Stromlieferanten – nämlich multifunktionale Flächen, die Energie, Landwirtschaft und Tierwohl verbinden.
Quelle: Solarserver.de
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