
Sonne
Die Energiewende in Liechtenstein ist hauptsächlich solar. Die Nutzung der Sonnenenergie ist deshalb zentral.
Wie können wir Sonnenenergie nutzen?
Sonnenenergie kann in Strom oder Nutzwärme umgewandelt werden. Das braucht Fläche für Solarmodule (Strom) oder thermische Sonnenkollektoren (Wärme).
Da die hochwertigste Nutzung dieser Fläche durch Solarmodule erfolgt und aus Strom mittels einer Wärmepumpe sehr effizient auch Wärme bereitgestellt werden kann, setzt sich die Solargenossenschaft grundsätzlich für den Einsatz von PV auf allen nutzbaren Flächen ein, in Kombination mit Wärmepumpen, wo zusätzliche Wärme benötigt wird.


Was ist Fotovoltaik?
Unter Fotovoltaik bzw. Photovoltaik (PV) versteht man die direkte Umwandlung von Lichtenergie, meist aus Sonnenlicht, mittels Solarzellen in elektrische Energie. Oder einfacher gesagt: PV macht aus Sonnenlicht Strom. Dieser wird im Wechselrichter von Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt, damit er im Gebäude verbraucht oder ins Netz eingespeist werden kann.
Die Energie fällt vom Himmel
Würden wir die gesamte Sonneneinstrahlung in Liechtenstein mit den heute verfügbaren effizientesten Modulen in Strom umwandeln, könnten wir über ein Jahr hinweg 20‘000 GWh Strom produzieren (theoretisches Potenzial). Aber natürlich können wir nicht das ganze Land mit einem grossen Sonnnendach überziehen.


Wieviel Solarstrom kann Liechtenstein
produzieren?
Schaut man sich das technisch realisierbare Potenzial auf Dachflächen an, so wurde dies in der Energiestrategie des Landes auf ca. 150–260 GWh geschätzt. Dazu kommt Potenzial auf Fassaden, Parkplätzen, Lärmschutzwänden etc. Insgesamt ging die Energiestrategie von einem technischen Potenzial von bis zu ca. 360GWh aus (siehe Tabelle).
2024 berichtete das Land im 4. Monitoringbericht zur Energiestrategie von zusätzlichen Potenzialen und einem höheren Gesamtpotenzial von ca. 571 GWh. In einer aktualisierten Schätzung im Jahr 2025 kam die Solargenossenschaft auf einen Wert von ca. 730 GWh.
| Flächenart | Energievision 2050 (2020) | 4. Monitoring- bericht (2024) | Potenzialanalyse SGL (2025) |
|---|---|---|---|
| Bestehende Dächer | 150–260 GWh/a | 328 GWh/a | ~305 GWh/a (255–355 GWh/a) |
| Bestehende Fassaden | 100 GWh/a | ~85 GWh/a (50–120 GWh/a) | |
| Neubautendächer | – | ~85 GWh/a (65–105 GWh/a) | |
| Neubautenfassaden | ~25 GWh/a (15–35 GWh/a) | ||
| Infrastrukturen | 32.5 GWh/a | ~30 GWh/a | |
| Agrarflächen | 40 GWh/a | ~25 GWh/a (5–50 GWh/a) | |
| Alpinflächen | 170 GWh/a | ~170 GWh/a (0–1’200 GWh/a) | |
| Gesamtpotenzial | ~250–360 GWh/a | ~571 GWh/a | ~730 GWh/a (420–1’895 GWh/a) |

Wie schnell können wir die Solarenergie ausbauen?

Wie schnell wir dieses Potenzial erschliessen, ist unsere eigene Entscheidung, solange es im Rahmen des technisch und wirtschaftlich Machbaren liegt. Die Solargenossenschaft fordert die Erschliessung des Grossteils des Solarpotenzials bis spätestens zum Jahr 2050. Das wird unseren Eigenversorgungsgrad signifikant erhöhen, denn unser Gesamtbedarf liegt jetzt bei 400 GWh und wird gemäss Schätzungen der Regierung bis 2050 auf mindestens 440 GWh/a steigen.
Um dies zu schaffen, sollten wir jetzt die Zubaurate beibehalten. Damit würden wir bis ca. 2040/2050 um die 400GWh erreichen. Zum Vergleich: für Industrienationen, die eigene fossile Stromproduktion betreiben, sehen Wissenschaftler:innen eine emissionsfreie Stromproduktion bis 2035 vor, wenn sie die Ziele des Pariser Abkommens erreichen wollen.
Ist das möglich? Es gibt dafür keine technischen und wirtschaftlichen Hindernisse wie die letzten Jahre gezeigt haben.
Weitere Informationen zur Energiewende
News zur Sonnenenergie
-

Mehr Energie-Unabhängigkeit mit hybriden Stromsystemen aus Photovoltaik, Kleinwindkraft und Batteriespeicher
Hybride Energiesysteme kombinieren verschiedene Technologien – vor allem PV-Anlagen, kleine Windräder und Batteriespeicher – zu einem cleveren Gesamtsystem. Das Grundprinzip ist einfach: Photovoltaik-Anlagen liefern Strom, wenn die Sonne scheint. Kleinwindkraftanlagen springen ein, wenn es windig ist – oft gerade dann, wenn die Sonne weniger Energie liefert, etwa im Winter oder nachts. So ergänzen sich die
-

Rekord-Wirkungsgrad bei Solarzellen: Tandem-Photovoltaik noch nicht in der Praxis angekommen
Tandem-Photovolataik erreicht bereits einen Wirkungsgrad von 34.2%, ist aber noch sehr komplex und teuer und deshalb noch nicht in der Praxis angekommen.
-

Wind und Solar an der Spitze der deutschen Stromerzeugung
Im Jahr 2025 haben Windenergie und Photovoltaik in Deutschland erstmals gemeinsam die Spitzenposition bei der öffentlichen Stromerzeugung erreicht. Erneuerbare Energien deckten damit einen deutlich höheren Anteil des Strombedarfs als traditionelle fossile Quellen, und die beiden grössten erneuerbaren Anlagen-Technologien dominierten den Strommix. Nach Auswertungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE lag der Anteil der erneuerbaren Energien
-

Riesiges Interesse an rentabler Photovoltaik
Die Bevölkerung strömte in Scharen zum Vortragsabend der Solargenossenschaft zum Thema «Sonnenstrom rentabel nutzen». Die vorbereiteten Stühle im Rathaussaal reichten nicht aus, Reihe um Reihe musste dazugestellt werden, am Schluss mussten doch noch einige der rund 170 Besucherinnen und Besucher stehen. PV wird angemessen gefördert Die ersten interessanten Einblicke in die rentable Nutzung der Photovoltaik
-

25 Jahre Sonnenkraft auf der Rheinbrücke Bendern-Haag
Mit dem Bau der Photovoltaikanlage auf der Rheinbrücke Bendern–Haag setzte die Solargenossenschaft vor 25 Jahren ein Zeichen für den Aufbruch in eine nachhaltigere Energiezukunft. Die PV-Anlage gehörte zu den ersten grossflächigen Solarinstallationen im Alpenrheintal. Sie nahm ihren Betrieb 2000 auf, das grosse Einweihungsfest mit mehreren hundert Personen fand am 1. Juli 2001 statt. Wegen der
-

Vortragsabend der Solargenossenschaft: So rentiert Ihre PV-Anlage wirklich
Zur LieWo-Vorschau auf diesen Anlass (LieWo 7.12.25, S. 20). Am Mittwoch, 10. Dezember 2025, um 19 Uhr, lädt die Solargenossenschaft in den Rathaussaal Vaduz zu einem öffentlichen Vortragsabend ein. Unter dem Titel «Sonnenstrom clever nutzen – so rentiert Ihre PV-Anlage wirklich» erhalten Hauseigentümerinnen, Unternehmen und Energieinteressierte einen kompakten Überblick über die wichtigsten Faktoren, die heute
-

Photovoltaik und Heizen: Land kommt nur langsam voran
Liechtenstein besitzt 74 eigene Gebäude – doch nur auf elf davon ist bisher eine PV-Anlage installiert. Die Gesamtleistung beträgt rund 800 Kilowattpeak. Weitere 20 Gebäude wurden bereits als geeignet identifiziert, allerdings verfügen 13 davon nur über zweite Priorität. Oft hängen neue Anlagen mit umfassenderen Sanierungen zusammen, weshalb Budget und Personal kapazitätsbedingt begrenzt sind. Auf vielen
-

Österreich auf dem Weg zur Energie-Wende: 94 % Strom aus erneuerbaren-Quellen
Im Jahr 2024 stammte in Österreich bereits 94 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen – ein deutlicher Erfolg für die Energiewende. So ergibt es sich aus dem aktuellen Monitoringbericht des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG), den die Regulierungsbehörde E-Control vorstellte. Laut Angaben von E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch sei durch die Neugestaltung der Fördermechanismen – weg von fixen Einspeisetarifen hin
Themenabend Windkraft am 17. Juni in Vaduz
Mittwoch, 17. Juni 2026, 19 Uhr, Aula Ebenholz, Fürst-Franz-Josef-Strasse 38, Vaduz: «Windkraft – aktuelle Trends und Beispiele von Bürgerbeteiligung». Referate, Diskussion, Apéro.